Ansturm: Hunderte lassen sich für Kinga Scheidt typisieren

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
Typisierungsaktion
Über 1300 Bürger haben sich am Samstag typisieren lassen.
Kinga Scheidt
Kinga Scheidt ist Anfang September an Blutkrebs erkrankt. Jetzt soll ein passender Stammzellenspender für die 41-jährige Mutter gefunden werden.

Langerwehe. In der Europaschule Langerwehe herrscht ein unglaublicher Trubel. Mittendrin stehen Frank Wettstein und Michael Klein vom FC Viktoria Schlich und sehen sehr zufrieden aus. Der Sportverein aus Langerwehe hatte am Samstag eine Typisierungsaktion für die an Blutkrebs erkrankte Kinga Scheidt (41) organisiert.

Und über 1300 Männer und Frauen haben sich für die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) registrieren lassen.

Frank Wettstein: „Hier standen heute morgen um viertel vor zehn 100 freiwillige Helfer. Die Solidarität, die wir heute erlebt haben, ist Wahnsinn.“ Das sieht Sabrina Bellen vom Kölner DKMS-Büro ähnlich. „Das ist schon eine unserer größeren Typisierungsaktionen. Ich bin begeistert.“

Einer, der am Samstag gekommen ist, ist Marcus Rosenbaum aus Düren. „Weil ich so etwas immer schon einmal machen wollte, bin ich heute hier. Und ich bin von der Organisation absolut begeistert. Das Ganze hat kaum zehn Minuten gedauert.“

Elke Holzer hat Marcus Rosenbaum die erforderlichen fünf Millimeter Blut abgenommen – ehrenamtlich. „Ich kenne Kinga Scheidt persönlich und bin von ihrer Krankheit natürlich sehr betroffen. Da war es klar, dass ich hier heute helfe.“

Auch Bürgermeister Heinrich Göbbels, der gemeinsam mit Beach-Volleyball-Nationalspielerin Ilka Semmler aus Kreuzau die Schirmherrschaft über die Typisierungsaktion übernommen hatte, war begeistert. „Die Organisation von Viktoria Schlich ist vorbildlich, und auch, dass so viele Leute gekommen sind, ist unglaublich.“

Schon heute sind 3,8 Millionen Menschen bei der DKMS registriert. „Wenn die möglichen Spender über 61 Jahre alt sind“, so Sabrina Bellen, kommen sie nicht mehr in Frage. So verlieren wir jeden Monat über 2000 potenzielle Spender. Deswegen sind solche Aktionen wie die in Langerwehe sowichtig.“

Dass am Samstag wirklich ein geeigneter Spender für Kinga Scheidt gefunden wurde, hält Sabrina Bellen für eher unwahrscheinlich. „Einen Spender zu finden, ist so etwas wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, sagt sie. „Aber es gibt an jedem Wochenende in ganz Deutschland mehrere solcher Aktionen und irgendwann findet sich dann vielleicht doch ein Spender.“

Die Menschen, die in die Europaschule gekommen sind, sind dennoch zuversichtlich, dass Kinga Scheidt geholfen wird.

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