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Ansturm auf das Kino am Badesee bleibt leider aus

Von: Sandra Kinkel
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Der Besucheransturm beim „Mondscheinkino“ hielt sich sehr in Grenzen. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Eigentlich war die Idee gut. Die Dürener Gruppe von amnesty international hatte am Wochenende zum ersten Mondscheinkino am Dürener Badesee eingeladen, gezeigt wurden die beiden Kinoerfolge „The Dark Knight Rises“ und „Life of Pi“. Die Besucherzahlen blieben allerdings unter den Erwartungen.

 „Ich hatte von solchen Open-Air-Veranstaltungen aus anderen Städten gehört“, so Thomas Bongartz (24), Sprecher der Dürener Amnesty-Gruppe. „Und es war mehr oder weniger eine spontane Idee, so ein Mondscheinkino auch nach Düren zu holen. Auch, um einmal ein anderes Publikum anzusprechen.“

Das ist allerdings leider kaum gelungen. Bei „The Dark Knight Rises“ am Freitag waren knapp 60 Männer und Frauen zum Open-Air-Kino gekommen, am Samstag waren es rund doppelt so viele Besucher. „Das ist schon sehr enttäuschend“, so Thomas Bongartz. „Wir hatten uns deutlich mehr Resonanz erhofft.“ Ganz sicher auch, weil die Kosten für das Mondscheinkino nicht eben unerheblich waren. Allein die große Leinwand, so Armin Holewa von der Amnesty-Gruppe, habe eine Summe im mittleren vierstelligen Bereich gekostet. Ein Teil der Eintrittsgelder hätten zudem an den Filmverleiher weitergegeben werden müssen.

„Wirtschaftlich“, so Holewa, „war das Mondscheinkino für uns kein Erfolg.“ Und das ist vermutlich noch vorsichtig ausgedrückt. Zum Glück, so Holewa weiter, habe man aber im Vorfeld der Veranstaltung den „Förderverein für Menschenrechte Düren“ gegründet, so dass nicht die amnesty-Gruppe allein für die Kosten gerade stehen müsse. In den nächsten Tagen sollen zudem Gespräche mit Sponsoren geführt werden, um um Hilfe zu bitten. Woran es gelegen hat, dass so wenig Zuschauer zum Kino am Badesee gekommen sind, konnte keiner sagen. Und die, die da waren, um sich „Life of Pi“ anzuschauen, waren durchaus begeistert. Einige Besucher schienen echte „Open-Air-Kino-Experten“ zu sein, sie hatten sich mit Picknick-Decken und Verpflegung versorgt und genossen den eher ungewöhnlichen Kinoabend.

„Früher“, sagt Holewa, „hat unsere Gruppe Volksläufe für Menschenrechte veranstaltet. Und die waren auch immer ein Erfolg. Das Mondscheinkino war nach vielen Jahren wieder die erste größere Veranstaltung unserer Gruppe.“ Einer Gruppe mit großen Nachwuchssorgen. „Wir hatten einmal über 30 Leute bei unseren Gruppentreffen. Jetzt sind es nur noch sieben,“ sagt Ursula Otte, die die Dürener Gruppe vor 36 Jahren ins Leben gerufen hat. „Es ist enorm schwer, junge Leute zu begeistern, bei uns mitzumachen.“

Vor diesem Hintergrund kann Ursula Otte dem „Mondscheinkino“ am Badesee doch auch manches Positive abgewinnen. „Wir haben viele Flyer verteilt und sind mit den Leuten ins Gespräch gekommen und konnten über unsere Arbeit und den aktuellen Fall berichten.“ Derzeit betreuen die Dürener Abolfazi Abedini Nasr, einen 30-jährigen Journalisten aus dem Iran, der zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde, herzkrank ist und in der Haft gefoltert wurde. Nasr hat nichts anderes gemacht, als gewaltfrei für das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit einzutreten.

Wer Lust hat, sich die Arbeit der Dürener Amnesty-Gruppe aus der Nähe anzugucken, hat dazu übrigens an jedem zweiten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im „Komm“-Zentrum in Düren, August-Klotz-Straße 24, Gelegenheit. Das nächste Treffen findet am Dienstag, 27. September, statt.

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