Düren - Annakirmes-Zug startet am Sonntag in der Zülpicher Straße

Annakirmes-Zug startet am Sonntag in der Zülpicher Straße

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Düren. In diesem Jahr feiert ganz Düren - in enger Zusammenarbeit mit dem Dürener Verband Reisender Schausteller - das Jubiläum „375 Jahre Annakirmes“ mit einer Reihe von Sonderveranstaltungen. Einer der Höhepunkte ist ein historischer Festumzug am Sonntag, 28 Juli, den eine eigens hierfür eingesetzte Arbeitsgruppe „Festumzug“ geplant und organisiert hat.

Federführend ist hierbei der Verein „Arbeitsgemeinschaft Dürener Historienfeste“.

Es werden etwa 1000 Mitwirkende in rund 40 Fuß- und Musikgruppen, alte und moderne Fahrzeuge sowie Zugmaschinen, Pferdegruppen, Gespanne, Kutschen und auch Aktionen innerhalb des Zuges das Thema „Kirmes“ darstellen. An drei Stellen des Zugweges, Ecke Oberstraße/Stürtzstraße, Markt und Aachener Straße (Höhe Polizeigebäude), werden Moderatoren die auftretenden Gruppen vorstellen und Hinweise zur Zugdarstellung geben. Schwerpunkt ist dabei der Marktplatz in der Dürener Innenstadt.

Der Festumzug hat zwei Leitthemen: Die wechselvolle Geschichte der Traditionskirmes und ihre Entwicklung von ihren Anfängen als Annamarkt bis zur heutigen Annakirmes, moderner Prägung und die Geschichte der Kirmes allgemein.

Daher vorweg einige historische Hintergrundinformationen in Kurzform.

Tuchkrämer mischen sich ein

Ein urkundlich belegtes Datum ist, wie bereits mehrfach berichtet, für den Beginn des Volksfestes nicht vorhanden. Man kann jedoch davon ausgehen, dass mit der Ankunft des Annahauptes in Düren im Jahr 1501 und der sich daraus entwickelnden Annaverehrung das Marktgeschehen in Düren entscheidende Impulse erhielt.

Eine erste urkundliche Erwähnung des „Annen-Marktes“ findet sich im Protokoll eines städtischen Ratsbeschlusses vom 15. September 1638. Hieraus geht hervor, dass unter anderem Elberfelder und Langenberger Tuchkrämer Platzbeschicker waren, und dies wohl sehr zum Ärger der Dürener Kaufleute. Dieses Datum ist somit die belegbare „Geburtsstunde“ der Dürener Annakirmes, die sich dieses Jahr zum 375. Mal jährt.

Dazwischen hat sich die Dürener Annakirmes stetig weiterentwickelt. Besondere Ereignisse oder Aktionen während dieser Zeit wurden bei der Aufstellung der Themenblöcke berücksichtigt, wie etwa der Umzug der Kirmes zum Annakirmesplatz, der Neuaufbau in der Nachkriegszeit und die Wandlung zur Großkirmes und zum modernen Event in den 70er Jahren.

Entwicklung wird dargestellt

Der Festumzug „375 Jahre Annakirmes“ am kommenden Sonntag, 28. Juli, bezieht sich in seiner Gliederung und Aufstellung auf diese historische Entwicklung. Er ist in fünf Themenblöcke gegliedert.

Themenblock I: „1501 - Ein Dieb, eine Reliquie und die Folgen“

Im Jahre 1501 kommt eine Reliquie der hl. Anna durch einen Steinmetz namens Leonhard nach Düren. Erste Pilger erscheinen, die Stadt wird zum Wallfahrtsort. Die Gäste werden untergebracht und verpflegt, Devotionalien werden verkauft. Ein Markt entsteht und auch „fahrendes Volk“ kommt nach Düren.

Themenblock II: „1638 - Der Streit der Tuchkrämer“

Die erste urkundliche Erwähnung des Annamarktes findet sich in einem Protokoll eines Ratsbeschlusses vom 15. September 1638. Aus diesem Protokoll geht hervor, dass Elberfelder und Langenberger Tuchkrämer die auswärtigen Platzbeschicker waren, sehr zum Ärger der heimischen Händler und Geschäftsleute. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts waren sämtliche Jahrmärkte wegen der Kriegsereignisse eingegangen. Es waren schwere Zeiten für Händler. 1715 beschloss der Rat der Stadt Düren, die Jahrmärkte wieder einzuführen.

Themenblock III: „1897 - Vom Markt zur Kirmes“

1897 ist ein besonderes Jahr für die Annakirmes. Hintergrund ist die Wandlung vom klassischen Jahrmarkt zur Kirmes. Erste „moderne“ Fahrgeschäfte tauchen auf. Der Annakirmesplatz wird neuer Marktstandort, da der Kirmesteil mit seinen Geschäften erheblichen Lärm erzeugt. Man zieht zum Annakirmesplatz am alten Wasserturm um. Bis 1897 folgen die Händler den anderen Schaustellern nach. Zuvor fand der Markt an verschiedenen Stellen inmitten der Innenstadt statt.

Themenblock IV: „1946 - Ein Neuanfang“

Neuanfang aus einer Trümmerruine. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges wurde in dieser Zeit keine Annakirmes veranstaltet. Aber ab 1946 findet die Annakirmes auf dem Platz am alten Wasserturm als Jahrmarkt wieder statt. Die Kirmes wird zum alljährlichen Fest für die ganze Familie und entwickelt sich mehr und mehr zum Großereignis für die ganze Region. Die Fahrgeschäfte werden größer und schneller.

Themenblock V: „Die Annakirmes von den 70ern bis heute

In den Jahren 1966/67 erfolgt eine Erweiterung der Annakirmes mit Umbau und Kanalisierung des 50 000 Quadratmeter großen Platzes. Die Ausweitung erfolgt auch aufgrund der technischen Entwicklung der Kirmesgeschäfte, die nun größeren Platz beanspruchen. Mit neuen Ideen und innovativen Aktionen setzt die Annakirmes bis heute immer wieder neue Maßstäbe. Ein Rahmenprogramm im Zelt und auf dem Platz ergänzt das Angebot der Schausteller und Händler. So wird 1974 die Weltmeisterschaft im Kirschkern-Weitspucken erstmalig durchgeführt. 1977 wird erstmals eine „Miss Annakirmes“ gekürt.

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