Düren - Annakirmes: Der typische Besucher kommt aus der Nähe

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Annakirmes: Der typische Besucher kommt aus der Nähe

Von: Burkhard Giesen
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Fast die Hälfte der Annakirmes-Besucher kommt aus der naheliegenden Umgebung. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Wer raten sollte, wie denn der typische Annakirmes-Besucher beschaffen ist, würde vermutlich das tippen: eher männlich, so bis an die 30, zu Alkoholkonsum neigend, aus dem näheren Umfeld. Und mit dem Tipp läge man gar nicht so weit entfernt, wie Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach von der Bergischen Universität Wuppertal herausgefunden hat.

Gerlach hat im Rahmen des Projektes „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen (BaSiGo)“ eine Verkehrserhebung zur Annakirmes erstellt, die auch viel über die Besucher der Kirmes aussagt. Zum Beispiel das: 58 Prozent der Annakirmes-Besucher sind männlich, nur 42 weiblich. Die Altersklasse der Elf- bis 30-Jährigen stellt ein Viertel der Besucher, der 30- bis 50-Jährigen hingegen 35 Prozent und auch die 50- bis 70-Jährigen sind mit 31 Prozent stärker vertreten, als die bis 30-Jährigen. Lag der Eingangstipp also doch daneben.

Etwas mehr als vier Stunden bringen die Kirmesbesucher an Zeit mit, die sie sich auf dem Rummel vertreiben. Etwa die Hälfte der Besucher kommt übrigens aus der unmittelbaren Umgebung innerhalb von zehn Kilometern Luftlinie, weitere 25 Prozent fahren maximal 20 Kilometer. Danach nimmt es dann rapide ab. Das spricht nicht unbedingt dafür, dass die größte Kirmes der Region ein Zuschauermagnet ist, der Besucher aus benachbarten Großstädten anzieht. 50 Kilometer legen gerade mal noch vier Prozent der Besucher zurück, bis zu 60 Kilometer nur noch zwei Prozent.

Dennoch reisen rund 70 Prozent aller Besucher mit dem Auto an, nur etwa 13 Prozent setzen auf Bus oder Bahn. Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass drei Viertel aller Besucher weniger als 20 Kilometer bis zur Kirmes zurücklegen müssen. Zwar sind die Autos mit im Schnitt rund drei Personen gut besetzt, aber offenbar spielen nach wie vor ein mangelndes ÖPNV-Angebot und die damit verbundenen Kosten eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Verkehrsmittels. Deutlich wird das umgekehrt auch bei der Befragung der Besucher, die sich für Bus oder Bahn entschieden haben. Nicht etwa das Umweltbewusstsein, die kurze Entfernung oder die Kosten lassen sie zum Bus- oder Bahnticket greifen – es ist viel profaner: der dann mögliche Alkoholkonsum ist der Hauptgrund für die Entscheidung. Gerlach empfiehlt eine Steigerung des Angebots im Bereich des öffentlichen Personenverkehrs, eine bessere Bewerbung des Angebots, aber vor allem spezielle Kombi-Angebote und Sondertickets, wie es sie zum Beispiel in Köln zur Karnevalszeit gibt.

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