Annakirmes: Am Familientag gehen bis zu 20 Kinder verloren

Von: Sandra Kinkel
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Düren. Verzweifelt läuft die kleine Marie über den Rummel. Der große Annakirmesplatz muss für das dreijährige Mädchen riesig wirken, die vielen tausenden Menschen um sie, sind auch alle groß und vor allen Dingen fremd für das Kind. Marie hat ihre Eltern verloren.

Noch vor wenigen Minuten ist sie mit Mama Kinderkarussell gefahren, jetzt, plötzlich, ist sie ganz allein auf dem Kirmesplatz. Marie fängt an zu weinen.

Keine Seltenheit

Zum Glück ist die Geschichte von der kleinen Marie frei erfunden, aber dass Kinder auf dem Annakirmesplatz von ihren Eltern oder anderen Begleitpersonen getrennt werden, ist leider keine Seltenheit. Gerade am Kirmes-Dienstag, also am beliebten Familientag, wenn die Schausteller mit ermäßigten Preisen aufwarten, gehen laut Auskunft von Polizei und Deutschem Roten Kreuz (DRK) bis zu 20 Kinder auf der Dürener Annakirmes verloren.

„An den anderen Kirmestagen”, so Bernd Adamek von der Polizei in Düren, „gehen auch immer mal wieder Kinder verloren, aber das kommt dann nicht gehäuft vor. Uns liegen aber keine konkreten Zahlen vor. In dieser Frage ist der Familientag aber ohne Zweifel ein Schwerpunkt.”

Trotzdem kann Adamek alle Eltern beruhigen. „Bis jetzt sind immer alle Kinder wieder zu ihren Eltern zurückgekommen. Und das auch ziemlich zeitnah.”

Es seien, so Adamek, immer mehrere Polizeistreifen auf dem Kirmesplatz unterwegs, die im Falle einer Vermisstenanzeige sofort informiert würden. Bernd Adamek: „Die Beamten können nach vermissten Kindern, aber natürlich auch nach aufgeregten Eltern Ausschau halten. Und es besteht auch ständiger Kontakt zu den Mitarbeitern des Roten Kreuzes an der Feuerwache.”

Adamek rät Eltern, die mit ihren Kindern auf den Kirmesplatz gehen, immer einen Treffpunkt auszumachen, für den Fall, dass man voneinander getrennt wird.” Erfahrungsgemäß, so der Polizeipressesprecher, sei die Feuerwache 1 in der Nähe des Festzeltes ein guter Treffpunkt, den die meisten kennen. „Kleineren Kindern kann man aber auch immer sagen, dass sie einen Polizisten ansprechen sollen, wenn sie ihre Begleitpersonen verloren haben.”

Eine schöne Erinnerung

Eine gute Idee hatte aber auch Christina Schoeller. Die Grundschullehrerin aus Düren hatte ihrem dreijährigen Söhnchen Linus ein Kirmes-T-Shirt gestaltet. Mit speziellen Stoffstiften hat Frau Schoeller hinten „Linus auf dem Annakirmesplatz” und vorne ihre und die Handynummer ihres Mannes auf das T-Shirt geschrieben. „Zum Glück ist nichts passiert”, so Christina Schoeller. „Aber das kann bei so vielen Menschen ja ganz, ganz schnell gehen. Und Linus kennt unsere Telefonnummern noch nicht auswendig. Und außerdem hat er mit so einem T-Shirt auch eine schöne Erinnerung an die Kirmes.”

Wer kein ganzes T-Shirt bemalen möchte, kann Adresse und Telefonnummer der Eltern und Begleitpersonen auch auf den Arm des Kindes schreiben. Oder den Knirpsen einen Zettel mit den entsprechenden Daten in die Hosentasche stecken. Dann steht in jedem Fall einem fröhlichen Kirmesausflug nichts im Wege. Auch nicht am Familientag am Dienstag.
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