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Anker-Teppich will bis zu 83 der 380 Stellen abbauen

Von: de/inla
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Die Firma Anker hat einen gewaltigen Umsatzeinbruch zu verkraften. Foto: Ingo Latotzki

Düren. „Das tut mir sehr weh, aber sich sehe keine Alternative” - Markus Schoeller, geschäftsführender Gesellschafter von Anker Teppich in Birkesdorf, sieht eine dauerhafte Überlebenschance für das Unternehmen nur dann, wenn die Belegschaft erheblich verkleinert wird. Bis zu 83 der aktuell 380 Stellen müssten entfallen.

„Seit Dezember ist der Umfang der Aufträge um rund 25 Prozent eingebrochen. Das kann auf Dauer nur kompensiert werden, wenn wir auf der Kostenseite in etwa der gleichen Höhe Einsparungen erreichen”, betonte Schoeller am Donnerstag.

Schon im Februar hat das Unternehmen Kurzarbeit eingeführt. Nach den neuen Bestimmungen könnte dieses Hilfsmittel bis zu zwei Jahren angewandt werden. Davon hält Schoeller aber nichts: „Mit bloßem Zuwarten können wir die vorhandenen Probleme nicht lösen. Ob und wann es wirtschaftlich wieder aufwärts geht, weiß niemand. Um das Unternehmen nicht in seiner Gänze aufs Spiel zu setzen, müssen wir jetzt handeln.”

Erreichen will die Firmenleitung das mit Entlassungen und einem 20 Punkte umfassenden Restrukturierungsprogramm, zu dem Schoeller unter Hinweis auf die laufenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall noch keine Einzelheiten nennen will.

Volker Kohlisch, Gewerkschaftssekretär bei der hiesigen IG Metall, teilt die Auffassung, dass im Fall Anker eine zeitliche Ausweitung der Kurzarbeit „wenig Sinn macht”. Die massiven Probleme des Unternehmens seien wohl nicht nur auf die Wirtschaftskrise zurück zu führen, sondern auch im betrieblichen Konzept begründet. Kohlisch: „In den kommenden Verhandlungen muss ein Zukunftskonzept entwickelt werden, das auf längere Zeit trägt. Es wird sich zeigen, ob der 20-Punkte-Plan der Geschäftsführer den Anforderungen gerecht wird.”

Im Übrigen werde die Gewerkschaft zusammen mit dem Betriebsrat alles daran setzen, bei den Verhandlungen über einen Sozialplan das „Bestmögliche” für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herauszuholen.

Noch einmal zurück zur Kurzarbeit: Hans-Harald Sowka, Geschäftsführer der Vereinigten Industrie-Verbände, hält dieses Instrument grundsätzlich geeignet, eine gewisse Durststrecke zu überbrücken.

Schwierig werde es erst dann, wenn sich die Auftragsbücher nicht wieder so füllten, wie es vor der Krise der Fall war. Dann drohten Entlassungen. Dass es wenig sinnvoll sei, ein oder gar zwei Jahre auf Kurzarbeit zu setzen, „haben wir von Anfang an gesagt”, betonte Sowka. Allein Mitgliedsfirmen aus seinem Verband hätten zuletzt rund 250 Beschäftigte entlassen müssen. Feste stehe, dass es nie so viel Kurzarbeit wie gegenwärtig gegeben habe.

Freilich seien nicht die eigentlichen Anmeldungen ausschlaggebend, sondern die tatsächlichen Abrechnungen, die später erfolgten. Meist würden Firmen Kurzarbeit für sechs Monate anmelden. Es könne aber auch durchaus sein, dass der Betrieb schon vorher wieder seine normale Arbeit aufnehme.
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