Angeklagter schweigt zum Vorwurf der Erpressung

Von: hp
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Düren. Opfer einer räuberischen Erpressung wurde offenbar ein junger Mann aus Düren wenige Tage vor Weihnachten 2012. Er sei damals, am 16. Dezember, abends von einem heute 23-jährigen Mann bedroht und um 130 Euro erleichtert worden.

Sein Gegenüber habe, so das Opfer im Zeugenstand, das Geld sozusagen als Spesen verlangt. Aufgrund geplatzter Treffen seien dem Angeklagten Fahrtkosten entstanden, die er erstattet haben wollte, so schilderte das Opfer die damalige Forderung.

Gleichzeitig sei ihm, so der 20-Jährige weiter, damit gedroht worden, dass er anderenfalls Ärger mit einigen Leuten bekommen würde, die ziemlich ungemütlich für ihn oder seine Familie werden könnten. Daraufhin sei er zum Bankautomaten gegangen, um gegen 21 Uhr das geforderte Geld abzuheben. Mehr noch: Zum Beweis, wie viel Geld auf dem Konto war, habe er sogar einen Kontoauszug mitbringen müssen. Obwohl der Zeuge rund 19 Monate nach dem Vorfall in Detailfragen einige Erinnerungslücken hatte, bezeichnet er den Angeklagten als den Täter.

Davon ist nach den Ermittlungen auch die Staatsanwaltschaft überzeugt, denn sie hat den 23-Jährigen wegen räuberischer Erpressung angeklagt. Der Angeklagte wiederum macht von seinem Recht Gebrauch, zu den Vorwürfen zu schweigen.

Wenngleich das Gericht noch einige offene Fragen hat und deshalb bei einem Fortsetzungstermin weitere Zeugen hören möchte, so stellte sich im Laufe der Verhandlung heraus, dass Angeklagter und Opfer sich von einer anderen Gelegenheit kannten. Der 20-Jährige erklärte vor Gericht, er habe sozusagen als „Strohmann“ für einen gemeinsamen Bekannten einen Handy-Vertrag abgeschlossen, weil dieser Bekannte selbst keinen Vertrag bekommen hätte.

Dieser habe die zugesagten Ratenzahlungen nicht mit einem einzigen Cent erfüllt. Stattdessen habe er eines Tages zu einem Treffen den jetzigen Angeklagten mitgebracht, der angeblich für die Kosten des Mobiltelefons aufkommen wollte. Am Rande sei ihm, so das spätere Opfer, auch das Angebot gemacht worden, als „Drogen-Verkäufer“ einzusteigen. Dies sei für ihn kein Thema gewesen. Er habe nur sein Geld für den Handy-Vertrag zurückhaben wollen.

Für die Vorsitzende Richterin Verena Neft und die anderen Prozess-Beteiligten war schnell klar, dass zur Klärung der Umstände weitere Zeugen gehört werden sollen. Die Fortsetzung des Prozesses ist für Dienstag, 12. August, 9.30 Uhr im großen Sitzungssaal (Raum 1.07) des Dürener Amtsgerichts terminiert.

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