Düren - Angeklagte entschuldigen sich für Überfall auf Nonne

Angeklagte entschuldigen sich für Überfall auf Nonne

Von: kin
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Düren. „Ich wünsche Ihnen Gottes Segen, und dass so etwas nie mehr wieder passiert. Sie sollten mit jedem Menschen zivilisiert umgehen. Aber ihre Entschuldigung nehme ich an.”

Es war im Februar 2011, als die mittlerweile 80-jährige Ordensfrau aus Düren im Adenauerpark von drei jungen Männern überfallen worden ist. Einer der Täter, der mittlerweile in der Justizvollzugsanstalt sitzt, hat ihr die Handtasche entrissen und die pensionierte Lehrerin dabei zu Fall gebracht. Gestern wurde der Fall vor dem Schöffengericht in Düren verhandelt.

Ein Urteil konnte Richterin Anne Utzelmann noch nicht sprechen, einer der drei Männer, der als Zeuge geladen war, ist nicht vor Gericht erschienen. Begründung: Keine Zeit. Dieses Versäumnis wird teuer. Dem Mann aus Düren, dessen mögliche Täterschaft gesondert vor dem Jugendschöffengericht verhandelt wird, drohen 150 Euro Ordnungsgeld.

Beim nächsten Verhandlungstermin am Donnerstag, 20. September, wird er zudem vorgeführt. Aber zurück zum Sachverhalt. Die beiden 23-jährigen Angeklagten aus Düren waren geständig, beide entschuldigten sich bei der Ordensfrau für ihre Tat.

„Die beiden gaben an, am Tattag schon am Morgen begonnen zu haben, Bier zu trinken. Zur Tatzeit will jeder zehn bis zwölf Flaschen intus gehabt haben. „Wir hatten gut getankt”, so einer der beiden. Nachdem sie sich an einem Kiosk Nachschub besorgt hatten, haben sie das Bier gleich im Adenauerpark getrunken. Da sei dann auch der nicht erschienene Zeuge dazu gekommen. Weil sie kein Geld mehr gehabt hätten, hätte man einen Überfall geplant.

Zunächst hätten sie Jugendlichen die Handys klauen und verkaufen wollen. „Aber es war einfach zu viel los im Park”, so einer der Täter. Die Ordensfrau habe man für ein leichtes Opfer gehalten. Die Beute war jedoch gering: 15 Euro, eine Flasche Wein, ein Medikament, Aufschnitt und ein Gebetbuch waren in der erbeuteten Handtasche.

„Mir war besonders mein teures Brevier sehr wichtig”, so die Nonne. Das schlechte Gewissen hat die drei jungen Männer offenbar gleich nach der Tat ereilt: Zwei von ihnen haben der Ordensfrau die Handtasche samt Gebetbuch zurückgebracht. Das Geld haben die drei untereinander aufgeteilt, den Aufschnitt gegessen.
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