Kreuzau - Angeblicher Streit um ein Handy: 47-Jähriger fast tot geprügelt

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Angeblicher Streit um ein Handy: 47-Jähriger fast tot geprügelt

Von: mv
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Kreuzau. Nur wenige Wochen war der Angeklagte (30) in Freiheit, da machte er sich am 5. Februar diesen Jahres, kurz nach Mitternacht, von Kreuzau aus auf den Weg nach Düren.

Mit einem Stock in der Hand rannte er zu einem Wohnhaus, dort in die fünfte Etage, trat die Türe ein und schlug sein Opfer (47) fast tot. Als Grund gaben beide, Opfer wie Angeklagter, vor dem Amtsgericht Düren an, es sei um ein Handy gegangen, dass der Angeklagte seinem Opfer vor drei Jahren weggenommen hätte.

„Dass wir das glauben sollen”, sagte Richter Dr. Stephan Ebeling zum Angeklagten, „ist eine Beleidigung unserer Intelligenz”. Das Schöffengericht konnte aber letztlich nicht klären, warum die Tat geschehen ist. Es verurteilte den Angeklagten, der weitgehend geständig war, zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft wegen gefährlicher Körperverletzung.

In jener Nacht rief eine Nachbarin des Opfers die Polizei. Nebenan hatte der Jüngere auf den Älteren eingeschlagen, mit dem Stock und einem anderen Gerät. Kieferverletzung, Lendenwirbelbruch, Nasenbeinbruch, Platzwunden und eine Gehirnerschütterung diagnostizierten später die Ärzte im Krankenhaus. Die Polizisten fanden den Mann blutüberströmt auf dem Boden liegend.

Noch heute leidet er an Schwindel, Ohrgeräuschen und Schlaflosigkeit. „Wenn die Nachbarin nicht die Polizei gerufen hätte, hätten Sie sie gerufen?”, fragte der Richter. „Vielleicht”, meinte das Opfer. Opfer und Angeklagter sind zwar Deutsche, stammen aber aus Russland und scheinen in einer Art Parallelwelt zu leben, wo Gewalt an der Tagesordnung ist. Das klang bei den Aussagen durch. Beide leben von Hartz IV.

Der Angeklagte ist drogenkrank und im Methadon-Programm. Seit 1997 steht er wegen Körperverletzung, Diebstahl und Raub ständig vor Gerichtht. Die Polizisten durchsuchten ihn in jener Nacht und fanden bei ihm Kokain. Und erst als ein Polizist aus Simmerath eigens zur Verhandlung geholt wurde, gab der Angeklagte zu, dass er auch Kokain konsumiert.

Die Staatsanwältin meinte, der Angeklagte habe es auf das Geld seines Opfers abgesehen und plädierte auf drei Jahre und vier Monate. Doch von einem Raub gingen die drei Richter nicht aus.
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