An der Idee einer „Marktgalerie“ scheiden sich die Geister

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Die SPD unterstützt den Vorschlag des CDU-Ratsherrn Rolf Delhougne, das alte Sparkassengebäude in eine „Marktgalerie“ mit Einzelhandel und Dienstleistungsangeboten umzubauen. Foto: Jörg Abels

Düren. Der von Rolf Delhougne nach Jahren wieder aus der Schublade geholte Plan, das ehemalige Sparkassen-Gebäude am Markt in ein Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum umzubauen, ist auf geteiltes Echo gestoßen. Während der CDU-Ratsherr bei der SPD offene Türen einrennt, stößt er in der eigenen Fraktion auf Kritik und Ablehnung.

„Die Diskussion entbehrt jeder Grundlage“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weschke. Er nennt drei Gründe: Die Diskussion hätte aus seiner Sicht bereits vor zwölf Jahren geführt werden müsse, als das Gebäude mit der Fusion von Stadt- und Kreissparkasse frei wurde. Jetzt gebe es langfristige Mietverträge zwischen Sparkasse und Stadt, die nicht ohne Weiteres gekündigt werden könnten. Noch entscheidender aber ist für Weschke ein anderes Argument. „Im Zuge des Rathausumbaus ist für alle städtischen Gebäude ein Raum-Nutzungskonzept erstellt worden, in dem auch das Gebäude am Markt eine gewichtige Rolle spielt.“

Zumindest das Bürgerbüro müsste aus Weschkes Sicht bei einer anderen Nutzung des ehemaligen Sparkassengebäudes zwingend im Rathaus untergebracht werden. „Dafür aber müsste in der laufenden Sanierung das Raumkonzept noch einmal überarbeitet werden“, befürchtet der CDU-Politiker immense Mehrkosten. Und er kritisiert auch die Genossen: „Wir haben uns nach langer Diskussion vor kurzem erst mit der SPD auf die Erarbeitung eines Masterplans Innenstadt verständigt und im Innenstadtforum alle Punkte aufgegriffen, die in diesem Masterplan berücksichtigt werden sollen. Vom Marktgebäude war dabei nie die Rede.“ Und Weschke weiter: „Wir müssen jetzt nicht jeden Tag eine neue Sau durch die Stadt treiben.“

Das sieht sein SPD-Kollege Henner Schmidt anders. Er begrüßt den Vorstoß Delhougnes ausdrücklich. „Wir werden ihn in Absprache mit Delhougne als Antrag in den Stadtrat einbringen.“ Die Verwaltung soll beauftragt werden, mit der Sparkasse in Verhandlungen einzutreten und die mögliche Umsetzung des Projekts zu prüfen. Dazu gehöre auch die Prüfung eines etwaigen Umzugs des Bürgerbüros. Und sollten im städtischen Raumkonzept nach der Rathaussanierung ohne das Marktgebäude nicht mehr alle Ämter untergebracht werden können, käme für die SPD auch die Anmietung von zusätzlichem Büroraum in Betracht.

„Wir wären bereit, diesen Preis zu zahlen“, betont Schmidt. Die SPD und Rolf Delhougne sind sich einig, dass eine „Marktplatzgalerie“ mit Einzelhandelsgeschäften und Dienstleistungsangeboten die unter Leerstand leidende Innenstadt stärken würde. „Der Standort ist für ein reines Bürogebäude einfach zu schade“, betont Schmidt und regt zudem an, auch über den Ankauf weiterer Gebäude in dem Areal nachzudenken. Auch aus Sicht Delhougnes wäre es wünschenswert, den Komplex nicht nur zum Marktplatz, sondern auch zum Kaiserplatz und zur Weierstraße hin zu öffnen und weitere Zugänge zu schaffen.

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