Amtsgericht: Mit nur vier Richtern fing alles an

Letzte Aktualisierung:
Eine für den gesamten Kreis D
Eine für den gesamten Kreis Düren wichtige Behörde, das Amtsgericht, ist an der August-Klotz Straße angesiedelt. Fotos und Infos zur Geschichte der Dürener Justiz gibt es im Internet. Foto: Margret Vallot

Düren. Im Amtsgericht der Stadt Düren arbeiten heute 155 Personen, darunter 21 Richter und Richterinnen, 27 Rechtspfleger und Rechtspflegerinnen, zehn Wachtmeister und 15 Auszubildende. Angefangen hat alles mit deutlich weniger Personal.

Als im Oktober 1879 das Amtsgericht seine Arbeit aufnahm, gab es nur vier Richter, zwei Referendare, drei Rechtsanwälte und außer ein paar anderen noch einen Gerichtsdiener. Zuvor hatte es in Düren im Rathaus und in Nideggen zwei kleine Gerichte gegeben, mit noch kleinerer Besetzung. Sie wurden 1879 aufgelöst.

Vielfältige Informationen zur Geschichte des Dürener Amtsgerichts findet man neuerdings auf der Homepage unter www.amtsgericht-dueren.de. Es lohnt sich, einmal dort vorbeizuschauen. Auf der Seite gibt es auch einige historische Abbildungen. Die Fakten wurden zusammengestellt vom ehemaligen Richter am Amtsgericht Gregor Decker.

Dort wird berichtet, das Prozesse in den Anfangsjahren dieser Behörde im Gebäude eines früheren Jesuitenkollegiums in der Jesuitengasse stattfanden. Da soll sich auch einst das Gefängnis befunden haben.

Das Bauwerk war übrigens schon von 1670 bis 1673, also über drei Jahre hinweg, errichtet worden. Es wurde von der französischen Verwaltung enteignet, war dann Blindenanstalt und wurde später vom Justizfiskus gekauft.

Damals blühte die Industrie in der Region Düren auf. 1885 gab es im Gerichtsbezirk 75 965 Einwohner, 1925 waren es bereits 116 119. Das bedeutete: Mehr Verfahren, mehr Personal im Gericht und einen größeren Platzbedarf.

So wurden schon im Mai 1914 einige Abteilungen des Gerichts in eine freigewordene frühere Schule verlegt (Schützenstraße 16). Doch es war immer noch nicht genügend Platz vorhanden.

Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts fing man an, ein ganz neues Amtsgericht zu planen. Im Tauschwege, so ist auf der Homepage des Gerichts zu lesen, erhielt die Justiz für die Gebäude in der Jesuitenstraße ein städtisches Grundstück an der Goethestraße/Hoeschplatz/Lessingstraße.

Dort befand sich zwar ein Wöchnerinnen- und Säuglingsheim. Doch das wurde 1937 einfach abgerissen. Vor 73 Jahren, im Februar 1939, war der erste Spatenstich für das neue Gebäude, in dem noch heute in Düren Recht gesprochen wird.

Es wurde 1942 endgültig fertiggestellt. Und dann auch wieder zerstört, besonders an jenem verhängnisvollen Tag, dem 16. November 1944, als die britische Luftwaffe mit 474 Bomben die Stadt angriff und die Innenstadt völlig zerstörte.

Das Amtsgericht wurde von allen Gebäuden am wenigsten beschädigt. In seinem Keller überlebten etwa 20 Personen den Angriff. Weil das Amtsgericht das am besten erhaltene Behördenhaus war, wurde es in den allerersten Nachkriegsjahren als „Wärmestube” und Raum für Versammlungen und Vorträge genutzt. Der größte Saal wurde ausgemalt und bekam eine Figur, den Erzengel Michael aus der Pfarrkirche in Lendersdorf. Der schmückt noch heute den Hauptsaal des Amtsgerichts.

Die Architektur entspricht der in der Nazizeit üblichen. Das schwer und auch intransparent und bedrohlich wirkende Äußere mit seinen kleinen Fenstern wurde später durch Dachgauben und andere Maßnahmen aufgelockert. So ist heute das Amtsgericht mit allen Abteilungen in einem Bauwerk versammelt und nicht über viele Standorte verteilt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert