amnesty international Düren feiert 35-jähriges Bestehen

Von: bugi
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Engagiert sich seit 35 Jahren
Engagiert sich seit 35 Jahren für die Dürener Gruppe von amnesty international: Ursula Otte. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Wenn die Dürener Gruppe der Menschenrechtsorganisation amnesty international am Dienstagabend in der Sparkasse Düren ihr 35-jähriges Bestehen feiert, könnte man das auch als traurigen Anlass interpretieren: Die Arbeit der Gruppe wird nicht weniger, Menschenrechtsverletzungen nehmen weltweit eher zu.

Den Artikel 1 des Grundgesetzes („Die Würde des Menschen ist unantastbar”) mit Leben zu füllen, hat sich Ursula Otte schon vor 35 Jahren vorgenommen. Mit ihren Mitstreitern gründete sie die Dürener amnesty-Gruppe und ist bis heute aktiv. „Ich kann nicht still auf dem Sofa sitzen. Ich finde die Menschenrechtsarbeit einfach zu wichtig”, sagt sie. Statt auf dem Sofa sitzt Ursula Otte lieber am Schreibtisch und schreibt Briefe. Zum Beispiel aktuell für Abolfazi Abedini Nasr, einen 30-jährigen Journalisten im Iran, der zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde, herzkrank ist und in der Haft gefoltert wurde.

Nasr hat nichts anderes gemacht, als sich gewaltfrei für das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit einzutreten. In Zeiten, in denen Shit-Storm-Wellen empörungsmäßig durch die vernetzte Welt schwappen, mag es unmodern sein, Briefe oder Emails zu schicken. Aber nach 35 Jahren Erfahrung in der Menschenrechtsarbeit weiß Ursula Otte, dass jeder Brief helfen kann, das Leid von Gefangenen zu lindern. Otte: „Wir wissen von ehemaligen Gefangenen, wie wichtig diese Briefe für sie waren.” Sie sind vor allem ein Zeichen, dass ihr Schicksal nicht vergessen ist.

Von den vielen Gefangenen, die die Dürener Gruppe in den 35 Jahren betreut hat, sind etwa zwölf später freigekommen - nicht nur, aber auch durch den Einsatz der Dürener. Zu einzelnen besteht bis heute noch Kontakt.

Warum ist es so schwer, heute junge Menschen für die Arbeit von amnesty zu begeistern? „Vielleicht ist die Arbeitsweise von amnesty wirklich unmodern”, überlegt Ursula Otte. „Junge Menschen wollen wie bei der Gruppe Attac eher auf die Straße gehen. Das machen wir nicht. Es würde auch nicht zu uns passen.”

Amnesty ist vielleicht diplomatischer, setzt auf Aktionen, die langfristig wirken - und eben auch einen langfristigen Einsatz abverlangen - ein Problem in schnelllebigen Zeiten. Ursula Otte engagiert sich seit 35 Jahren. Unbeirrt. Ihr Antrieb? Sie kann es selbst schwer fassen. Eigentlich hat sie nur ein Kernanliegen: Die würde des Menschen ist unantastbar. Immer. Überall. Für jeden.

Festakt und Ausstellungseröffnung

Das 35-jährige Bestehen feiert die Dürener amnesty-Gruppe am Dienstag ab 18 Uhr in der Sparkasse Düren. Neben dem Festakt im Kundenzentrum wird in einer Ausstellung die Arbeit der Dürener Gruppe vorgestellt.

Amnesty Düren trifft sich alle 14 Tage dienstags um 19.30 Uhr im Komm-Zentrum. Interessenten können sich an den Gruppensprecher wenden (thomas.bongartz@ai-dueren.de), oder an Ursula Otte unter otteg@t-online.de.

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