Altes Heavy-Metal-Festival an einem neuen Ort

Von: Isabelle Hennes
Letzte Aktualisierung:

Düren. Ihre Grillwürste heißen Apachen, serviert werden sie mit „Mutters scharfem Sößchen”. Die Rede ist von den Organisatoren des „Heavy Sound Festivals”.

Die Open-Air-Veranstaltung hat von 2002 bis 2009 regelmäßig jedes Jahr stattgefunden: anfangs auf einer Pferdekoppel im Langerweher Ortsteil Merode, danach auf einer Wiese in Hürtgenwald-Gey.

Nun soll das Festival nach einer zweijährigen Pause wiederbelebt werden - am Freitag, 22. Oktober, mit neuem Standort in der Dürener Endart-Fabrik, Veldener Straße.

Von der Kuhwiese mit Dixiklo hinein in die Räume der Endart mit Dachterasse und professioneller Musikanlage - bleibt da nicht die ursprüngliche Festival-Atmosphäre auf der Strecke? „Das ist unsere schwierigste Aufagbe: Wie bekommen wir das Zelt und die Wiese in die Endart?”, beschreibt Thomas Kinzel, 35 Jahre und Mit-Organisator, die Aufgabe des Teams. Ideen, wie das in die Tat umgesetzt werden könnte, gebe es aber schon.

Die reichen von einem Tarnnetz über ein Zelt im Eingangsbereich bis hin zu weißen Turnschuhen als Kleidungsordnung. Die Idee, ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen, ist vor zehn Jahren entstanden. Damals ging es mit einer Gruppe von rund 15 Leuten zu einem AC/DC-Konzert. Und zu diesem Konzert sollte in Form einer Party oder eines Festivals ein nachtreffen organisiert zu werden. „Das sollte nur etwas für uns sein”, erinnert sich Tobias Wolff, Mit-Organisator des Festivals.

„Wichtig war uns vor allem, dass es nichts Kommerzielles wird, es sollte sich selbst tragen.” Eine geeignete Fläche wurde schnell gefunden. 2002 stieg das erste Nachtreffen auf einer privaten Pferdekoppel in Merode - damals noch mit Gästeliste, einer freiwilligen Spende der Geladenen und Selbstbeschallung.

Jeder brachte sein Grillfleisch mit, ein befreundeter Getränkehändler stellte seine Ware günstig zur Vefügung. „Ohne das wäre es auch nicht gegangen”, sagt Wolff. Nicht zu vergessen der legendäre Kartoffelsalat, der von einigen Müttern der Organisatoren gespendet wurde. „Es gab im Verlauf der Jahre sogar Bands, die wegen des Kartoffelsalates wieder bei uns auftreten wollten”, erinnert sich Wolff und schmunzelt.

Die erste Live-Band gab es dann 2003. „Für sie gab es keine Gagen. Wir mussten also Bands gewinnen, die Spaß an der Sache haben”, sagt Wolff. Es wurde ein Zelt aufgestellt, in dem nicht nur das Equipment der Band Platz fand, sondern auch einige der rund 80 Gäste übernachtet haben.

2003 stand aber auch der erste Umzug an. Von Merode ging es ins rund zwölf Kilometer entfernte Gey. Der Bauer, der in Gey seine Wiese ohne finanzielle Forderungen zur Verfügung stellte, heißt Georg Reinartz. Da bekanntlich eine Hand die andere wäscht, halfen die Organisatoren als Dank beim Heumachen und Reinartz erhielt freien Eintritt beim Festival inklusive Verköstigung. Mit der Zunahme der Besucherzahl - 2008 waren es 400 Leute - stiegen auch die Auflagen des Ordnungsamtes.

Um da noch bei plus minus null rauszukommen, musste eine Kasse eingerichtet, Eintrittspreise von zwölf Euro, Bändchen verteilt und Zäune aufgestellt werden, um die umliegenden bestellten Felder zu schützen. „Das, was wir reingesteckt haben, haben wir nie zurückbekommen. Weder finanziell noch von der investierten Zeit”, sagt Kinzel. Als dann die Umgehungsstraße gebaut wurde und quer über die Festival-Wiese verlief, begab man sich auf die Suche nach einem neuen Standort und wurde bei der Endart fündig.

„Diesmal werden wir erstmals richtig Werbung machen”, kündigt der 31-jährige Wolff an. Plakate werden gedruckt, Flyer verteilt, es wird mehrere Vorverkaufsstellen geben.

Am Tag des Festivals, das am 22. Oktober um 20 Uhr stattfindet, wird es auch wieder die „Nacht der dicken Arme” geben, ein K.O.-Armdrücken also für die männlichen Besucher des Festivals. Und natürlich Heavy-Metal-Musik. Die Teilnehmer werden sich aber sicherlich zuvor mit einigen Apachen vom Grill stärken.

DieEintrittskarten sind ab sofort erhältlich

Eintrittskarten für das „Heavy-Sound-Festival” gibt es für 10 Euro bei Berufsbekleidung Stauff und Curry 05 in Düren. An der Abendkasse kosten die Tickets 12 Euro.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert