Alte Linde in Huchem-Stammeln entkommt der Säge

Von: Margret Vallot
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Vermutlich der älteste Baum in Huchem-Stammeln: Auf 120 Jahre wird diese prächtige Linde geschätzt. Foto: Margret Vallot
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Sie alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt, und den Baum vor der Säge bewahren können.

Niederzier. Er hat zwei Weltkriege überlebt, ist wohl 120 Jahre alt und sollte gefällt werden: der älteste Baum von Huchem-Stammeln. Dass der Baum, eine prächtige Linde, heute noch kerzengerade an der Köttenicher Straße steht, ist dem beherzten Engagement vieler Menschen zu verdanken, die sich dieser Tage alle unter der Linde einfanden, um mit Sekt auf das Ende einer gelungenen Baumrettungsaktion anzustoßen.

Im Jahr 2011 beim Schützenfest sprachen Heinz Matheisen und Peter Holzkamp zum ersten Mal davon, dass es schade sei, den Baum zu fällen und dass man da was machen müsste. Das Grundstück an der Ecke Köttenicher Straße/Buchenweg war nämlich verkauft worden, der neue Eigentümer wollte darauf ein Einfamilienhaus errichten und hatte, daran erinnerte Bürgermeister Hermann Heuser, das Recht auf seiner Seite.

Doch es begannen zahlreiche Gespräche mit den neuen Eigentümern und den Besitzern der Nachbargrundstücke. Auch die Verwaltung der Gemeinde wurde eingeschaltet und half, schließlich wurde ein Grundstückstausch vereinbart.

Nicht ohne Bauleitverfahren

Voraussetzung für diesen Tausch war aber, dass das neue Baugrundstück in den bebaubaren Innenbereich der Ortschaft Huchem Stammeln einbezogen wurde. Dazu musste ein Bauleitverfahren vom Rat beschlossen und danach unter Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und der sonstigen Träger öffentlicher Belange durchgeführt werden.

Ein ziemlicher Aufwand, der schließlich auch noch Tierschützer auf den Plan rief. Glaubt man den Worten von Bürgermeister Heuser, dann wurde der Fall jetzt erst richtig kompliziert. Denn die Tierschützer fanden in der Nähe des Baugrundstücks ein Steinkauzpärchen.

Wochen und Monate des Verhandelns gingen ins Land, die Tierschützer ließen sich auf Maßnahmen ein, die den Lebensraum des Steinkauzpaares schützen.

Am Ende klappte der Grundstückstausch, die Familie Stefanie und Eduard Tonn konnte bauen, die Tierschützer waren besänftigt, die Linde konnte bleiben und es wurde auch noch der Streifen, auf dem die Linde steht, der Gemeinde kostenlos übertragen. Sogar ein freundlicher Spender, der das Material zur Gestaltung der Ecke lieferte, fand sich am Ende.

Heuser: „Sehr erfreulich“

„Eine Win-win-win-Situation, ein sehr erfreuliches Bürgerprojekt“, freute sich Heuser und rang den Mitgliedern der Initiative bei der offiziellen Übergabe gleich noch das Versprechen ab, sich um die Pflege des neu gestalteten Umfeldes der Linde selbst zu kümmern. Ein Gastwirt hat schon nachgefragt, ob er jetzt auf dem neu entstanden, kleinen Platz Tische und Stühle aufstellen darf. Unter dem alten Baum steht vorerst nur eine Bank. Auf der können sich, wie in alter Zeit Menschen aus Huchem-Stammeln ausruhen, vor Sonne und Regen geschützt.

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