Morschenich - Alte Friedhofskreuze werden zu Messbuchständern

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Alte Friedhofskreuze werden zu Messbuchständern

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:

Morschenich. Früher war es üblich, dass die Angehörigen die provisorischen Holzkreuze, die zunächst auf den Gräbern stehen, mit nach Hause nahmen. Auch ein Bekannter von Engelbert Robens hatte vier dieser Kreuze in seinem Keller stehen. Langsam wurden sie ihm zur Last, da er sich jedes Mal, wenn er in den Keller ging, an den Tod lieber Menschen erinnert fühlte.

Die gesegneten Kreuze einfach wegwerfen, kam für ihn aber auch nicht infrage.

Dann hatte Engelbert Robens, ein Pensionär aus Morschenich, eine Lösung für das Problem: Vor etwa zehn Jahren schlug er vor, aus den Holzkreuzen Ständer für Messbücher zu fertigen, damit sie eine würdige Nutzung finden. „Es hat mich schon immer gestört, dass die Holzkreuze, die bis zur Erstellung der Grabmäler Verwendung finden, nach dem Aufstellen der Steine weggeworfen werden“, sagt Engelbert Robens. „Es ist ganz wunderbares Eichenholz, das man noch gut verwenden kann.“

„Bevor ich die Kreuze verarbeite, spreche ich noch ein Gebet für jeden Toten“, erzählt Engelbert Robens, der der Kirche sehr verbunden ist. Die fertigen Messbuchständer verziert er noch mit Intarsien.

Engelbert Robens ist mittlerweile 86 Jahre alt. Seine Hände legt der Pensionär aber keineswegs in den Schoß: In den vergangenen Wochen hat er vor allem Osterhasendekorationen für ein Seniorenheim gebastelt, außerdem schnitzt er Heiligenfiguren. „Es ist schön, wenn ich anderen Menschen mit meinem Hobby eine Freude machen kann“, sagt Engelbert Robens.

Seinen ersten Messbuchständer hat er für einen Bekannten, Pastor Kaiser, gemacht, da dessen alter Messbuchständer damals doch arg ramponiert war. Heute stehen Engelbert Robens‘ Messbuchständer schon in mehreren Kirchen im Raum Aachen und Köln. Ein Ständer hat zuletzt als Geschenk für einen Einführungsgottesdienst eines Pastors gedient, ein weiteres hat bei Kaplan Dr. Sergius Duru, der im Vatikan für die afrikanische Mission tätig ist, Verwendung gefunden.

Missionsarbeit

„Zurzeit unterstütze ich das Uzondo-Projekt für den Erhalt und die Erweiterung eines Kinderkrankenhauses in Nigeria“, erzählt Engelbert Robens. Kaplan Duru ist Initiator des Projektes.

Der Kontakt nach Nigeria entstand vor vielen Jahren. Pastor Bernard Ukwukbu, ein Freund von Sergius Duru, machte damals Urlaubsvertretung in Engelbert Robens‘ Kirchengemeinde. Die Freundschaft in das ferne Land besteht bis heute. Das Uzondu-Projekt unterstützt auch der Schwiegersohn Robert Scheuermeyer in einer Gruppe in Rösrath.

„In Nigeria werden Kirchen und Priesterseminare im Umfeld des Projektes sowie die Krankenhauskapelle meine Messbuchständer erhalten“, erzählt Engelbert Robens Zehn Buchständer machen sich nun auf die weite Reise.

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