Düren - Alexandra Gauger: Wenn die Arie zum Werbetext wird

Alexandra Gauger: Wenn die Arie zum Werbetext wird

Von: Anneliese Lauscher
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Musik-Kabarettistin Alexandra Gauger begeistert im „Komm“-Zentrum in Düren.

Düren. Mit Alexandra Gauger erlebten die Gäste im „Komm“-Zentrum in Düren einen abwechslungsreichen, unterhaltsamen Abend: ein wenig komödiantische Schauspielerei, ein paar Seitenhiebe auf gesellschaftliche Vorurteile und vor allen Dingen viel Musik.

Sie ist ausgebildete Opernsängerin und – arbeitslos. Außerdem ist sie auf der Suche nach dem Glück und offensichtlich zu beinah allem bereit, um es zu finden. Mit Aushilfsjobs, zum Beispiel dem pausenfüllenden Piepton bei der Telecom, hält sie sich über Wasser, dazu hat sie gleich einen Rap parat.

Der verführerischen „Habanera“ aus der Oper Carmen hat sie einen 0190-Werbetext angedichtet, das Publikum freut sich über den temperamentvollen und gesanglich starken Vortrag.

Allerdings findet sie, dass die im Orchester in mancher Oper auf allzu leichte Weise Geld verdienen; sie spielt ein treffliches Beispiel von Rossini, da fehlen die Gesangsstimmen, und es gibt tatsächlich viele Pausen – das Publikum quittierte ihren witzigen Einfall mit viel Applaus.

Der Raum im „Komm“-Zentrum war nicht voll besetzt, so konnte man noch kleine Tische aufstellen, und manch ein Gast brachte sein Getränk mit. Dadurch wurde die gemütliche Atmosphäre betont, und manchmal entstand ein kleiner Disput zwischen Künstlerin und Zuschauern.

Alexandra Gauger stöckelte auf sehr hohen Absätzen unbefangen auf der Bühne herum, spielte Klavier und Gitarre und mixte schließlich einen Song zusammen, bei dem sie jede Stimme zunächst einzeln sang, diese dann sozusagen aufeinander legte – und ganz zum Schluss erkannte man „Strange“ von Grace Jones.

Natürlich hat sie auch eine Menge zu erzählen, es ist nicht ganz alltäglich, dass eine Frau aus Karlsruhe einen türkischen Mann heiratet. Was ihr alles passiert, wenn sie sich mit türkischem Nachnamen vorstellt, das ist teils lustig, teils stimmt es aber auch nachdenklich.

Ein Lied über eine türkische Hochzeit klingt sehr melodisch und ein wenig erotisch. Aber für den Vortrag einer schönen Hausfrau in „Dauerperfektion“ hat sie Rossinis „Wilhelm-Tell-Ouvertüre“ gewählt, da kommt Hektik auf! Ob denn nun wirklich der knackige Hintern eines gut proportionierten Mannes zum Glück beitragen kann, das mag jeder für sich entscheiden. Vielleicht eher Fußnägel im Winter lackieren oder Entspannungsübungen nach Anweisungen aus dem Lautsprecher? Das Lied vom Wünschen wurde zu einer Aufzählung origineller Ideen, und Alexandra gewann die Sympathie ihrer Zuhörer mit ihrer schönen Stimme.

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