Akustikkonzert: BAP begeistert über 2000 Fans in der Arena

Von: Sandra Kinkel
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Wolfgang Niedecken BAP
Wolfgang Niedecken und seine Mitstreiter haben am Freitagabend die Arena Kreis Düren in einen Club mit intimer Atmosphäre verwandelt. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Wahnsinn! Dass so viele Menschen so leise sein können. Danke Euch! Mir fällt echt ein Stein vom Herzen.“ Mit der Ruhe ist es vorbei. Über 2000 Fans in der ausverkauften Arena Kreis Düren, in der man gerade eben noch die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können, weil die Musik das einfach verlangt hat, klatschen und jubeln, was das Zeug hält.

Es ist Freitagabend, Wolfgang Niedecken ist in der Stadt. „BAP zieht den Stecker“ heißt die Tour, und die Fans erleben Niedecken und seine sechs Musiker feiner, vorsichtiger, vielleicht sogar ein Stück eleganter als sonst. Und trotzdem ist es BAP, wie BAP besser nicht geht.  „Das ist eher eine Halle für Rock`n Roll“ schmunzelte Niedecken, „sonst spielen wir dieses Konzert eher in Opernhäusern und Philharmonien.“

Funktioniert hat der Abend trotzdem, mehr als das. Wolfgang Niedecken, Anne de Wolf (Geige, Bratsche, Cello, Posaune), der unglaublich tolle Percussionist Rhani Krija, Helmut Krumminga (Gitarre), Werner Kopal (Bass), Jürgen Zöller (Schlagzeug), Michael Nass (Keyboard) und Ulrich Rode (Gitarre) zaubern eine echte Club-Atmosphäre in die große Arena, die Stimmung ist besonders, intim – irgendwie hat man das Gefühl den sieben Musikern auf der Bühne besonders nah zu sein.

Das Publikum ist sehr gemischt, alte und junge Menschen, Männer und Frauen. Auf dem Parkplatz vor der Arena, der schon um 19.15 Uhr voll ist, stehen neben vielen Dürener Autos auch solche aus Aachen, Köln, Bitbug, Trier, Wien und Luxemburg. BAP ist lässt nicht mehr nur eine Kölner Mundartband. Trotzdem wird natürlich immer noch auf Kölsch gesungen, und das verstehen die Dürener natürlich. „Kölsch ist ja hier in Düren zum Glück kein Problem“, so Niedecken. „In Kiel musste ich erklären, dass ‚hörsch’ in aller Ruhe bedeutet. Bei euch muss ich das nicht. Wir singen ja von uns.“ Die Arena tobt. 

„BAP zieht den Stecker“, das ist ein Plan, der lange schon gefasst war, dessen Realisierung sich aber, zum Leidwesen von so manchem Fan, immer wieder verzögert hat. Nur einzelne Unplugged-Auftritte fanden bisher statt, über die Jahre verstreut und oft nur einem kleinen Publikum zugänglich. Erst nach Niedeckens jüngstem Soloalbum, das er nach seinem Schlaganfall mit namhaften Musikern in Woodstock eingespielt hat und mit dem er sich bei seinem Schutzengel bedanken wollte, gelingt endlich die Unplugged-Tour.

Gespielt werden Songs aus den siebzehn BAP-Studioalben sowie aus Wolfgang Niedeckens insgesamt vier Solo-LPs. „Keine Angst, wenn ihr nur zwei unserer Lieder kenn“, so ein bestens aufgelegter Niedecken. „Die spielen wir auch.“ Es gibt „Novembermorje“ und „Frankie“, aber auch „Woröm dunn ich“, die wunderbare Geschichte über die drei Dinge im Leben, die man nicht beeinflussen kann („Mutter, Vater und den Club, mit dem man leiden muss), „Autobahn“, Gulu“, „Verdamp lang her“ und „Aureblecke“. BAP unplugged, das ist Rock und Blues, aber auch Folk und Ballade.

Die veränderten Arrangements, die veränderten Instrumentierungen und außergewöhnliche Klangfarben führen den Songs auch eine neue inhaltliche Dimension zu. Plötzlich verwandelt sich Wut in Melancholie, Anklage in ein der Ratlosigkeit abgetrotztes Gegenhalten und Hochstimmung in die leise Zuversicht, dass doch noch alles gut wird.

Das Konzert bietet zudem den perfekten Rahmen für den großartigen Erzähler Wolfgang Niedecken, der die Menschen nicht nur an seiner Musik, sondern auch ein Stück weit an seinem Leben, seinen Reisen, seinen Gedanken teilhaben lässt. „BAP ist ein Stück Heimat“, sagt Peter Breuer (48) aus Düren nach dem Konzert. „Die Band hat mich mein Leben begleitet. Heute habe ich sie in einer ganz neuen, aber großartigen Facette erlebt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen

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