Aktivisten starten einen neuen Einsatz am Hambacher Forst

Von: Margret Vallot
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Sind außerordentlich hartnäckig: Umwelt-Aktivisten im Hambacher Forst sind dabei, ein neues Camp im Wald zu errichten. Es befindet sich in der Nähe der Wiese, auf der sich die jungen Leute mit Duldung des Eigentümers eingerichtet haben.

Morschenich. Sie geben nicht auf: Die Umwelt-Aktivisten, die im vergangenen Jahr nach einer spektakulären Rettungsaktion aus dem Hambacher Forst entfernt wurden, haben sich wieder im Wald niedergelassen. Derzeit bauen sie an einem neuen Camp. Die beiden vergangenen Nächte haben sie schon auf zwei Plattformen in den Bäumen verbracht.

Die Zerstörung von Ökosystemen und der in ihren Augen umweltschädliche Abbau der Braunkohle motivieren die jungen Leute. Drei Männer und eine Frau wurden am Dienstag tagsüber angetroffen. Sie waren vollauf damit beschäftigt, eine Hütte zu zimmern.

Das neue Camp befindet sich in der Nähe der Wiese bei Morschenich, die direkt nach der Räumung im letzten Jahr besetzt wurde. Auf der Wiese wurde ein Camp aufgebaut, das in den letzten Wochen ebenfalls erweitert wurde.

Zuständig für das neue Camp ist die Dürener Polizei. An diese hat sich auch RWE-Power gewandt. Als Eigentümer des Waldstücks, das jetzt wieder besetzt wird, ließ das Unternehmen am Dienstag mitteilen: „Die widerrechtliche Aktion wird von uns nicht geduldet.“ Man habe, so Sprecherin Laura Hoeboer, die zuständigen Ordnungsbehörden informiert, und „wir behalten uns ausdrücklich rechtliche Schritte vor“.

Bei der Dürener Polizei meinte Sprecher Willi Jörres, „Wir prüfen jetzt zunächst, ob Straftaten vorliegen“. Dies könne mehrere Tage dauern. Ob mit einer unverzüglichen Räumung zu rechnen sei, wollte Jörres nicht sagen. Es sei einfach „alles möglich“.

Unterdessen haben sich die Aktivisten in den letzten Wochen mit einem Jäger, wie sie sagen, angelegt. Die Camp-Bewohner werfen dem Mann vor, er habe ihre Kletterseile abgeschnitten. Zudem haben die Aktivisten laut eigenem Bekunden Besuch vom Sicherheitspersonal von RWE-Power bekommen. Diese Leute hätten sie fotografiert, hieß es am Dienstag.

Die Lage im Hambacher Forst ist also noch keinesfalls beruhigt. Im Gegenteil: Vor einem Jahr „haben wir gesagt, wir sind gekommen um zu bleiben“. Von diesem Vorhaben lasse man sich nicht abhalten. Das verlauteten die Waldbesetzer am Dienstag auf ihrer Homepage und außerdem in einer Mitteilung an die Presse.

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