Ästhetische Facetten des Werkstoffs Papier

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Diese Zellstoffblöcke vor dem
Diese Zellstoffblöcke vor dem Papiermuseum sind Kunstwerke des „Summer of Foto: Latotzki

Düren. Die Sammlung von Heinz Schmidt-Bachem aus der Karl-Arnold-Straße in Düren ist einzigartig. Über 150.000 Produkte der industriellen Papier- und Folienverarbeitung hat der promovierte Sozialpädagoge und Historiker zusammengetragen - unter anderem unzählige Papier- und Plastikeinkaufstüten.

Entstanden ist eine Sammlung, die an die ästhetischen, soziologischen und alltagskulturellen Facetten des Werkstoffs Papier anknüpft. Im Mai ist Heinz Schmidt-Bachem im Alter von 71 Jahren plötzlich gestorben. Mit einer umfangreichen Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museums wird im Rahmen des Dürener „Summer of Paper” (10. Juli bis 28. August) an ihn erinnert. Antje Kraus, Pressesprecherin des Museums: „Die Ausstellung war schon organisiert, bevor Herr Schmidt-Bachem gestorben ist.” Gezeigt, so Kraus, würde ein Querschnitt von Schmidt-Bachems Sammlung. „Wir präsentieren natürlich einige seiner Tüten, aber vor allen Dingen auch Theaterrequisiten und seine Publikation zur Papierindustrie.”

Was mit der Sammlung von Schmidt-Bachem passiert, konnte Kraus noch nicht sagen. Bislang hatte der Sammler seine Stücke in seinem „Portable Art Museum” gezeigt. „Wir haben unser Interesse an der Sammlung bekundet”, so Kraus. „Aber es ist noch nichts entschieden.”

Im Rahmen des „Summers of Papers”, der in Düren die erfolgreiche Papierbiennale ablösen soll, haben Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann und ihr Team neben den Stücken von Schmidt-Bachem noch andere Kunstwerke nach Düren geholt. Gezeigt werden Werke von Florian Baudrexel, Susanne Ristow, Jorinde Voigt und Wolfgang Heuwinkel. Heuwinkel hat mit einer Außenskultpur die Verbindung zwischen Papiermuseum und Leopold-Hoesch-Museum geschaffen. Antje Kraus: „Wolfgang Heuwinkel hat Zellstoffblöcke gestaltet, die eigentlich eine geologische Formation darstellen sollen.” Die Zellstoffblöcke, so Kraus, seien ursprünglich einmal Bäume gewesen. „Jetzt sind aus den Bäumen Kunstwerke entstanden, die sich noch weiter verändern werden, weil der Künstler sie ja jetzt auch noch der Witterung aussetzt. Die Zellstoffblöcke werden sich im Laufe der Zeit noch verfärben und verformen.”

Das Biennale-Format, so Antje Kraus weiter, sei in Düren einfach nicht durchzuhalten gewesen. „Eine Biennale zu veranstalten ist auf der einen Seite sehr aufwändig und auf der anderen Seite vor allen Dingen auch sehr teuer”, so die Museums-Sprecherin. Bis 1998 habe die Dürener Papierbiennale alle zwei Jahre stattgefunden, später dann noch seltener. „Wir versuchen jetzt, hier in Düren den Summer of Paper zu etablieren.”

Neben der Ausstellung von Heinz Schmidt-Bachem und den verschiedenen Skulpturen wird im Rahmen des Papiersommers auch die berühmte Sammlung Speck ab dem 11. September in Düren gezeigt. Antje Kraus: „Die Sammlung ist auf anspruchsvolle, hochkarätige Papierarbeiten spezialisiert.” Zur Sammlung Speck gehören unter anderem Werke von Beuys, Dahn, Kippenberger, Oehlen, Trockel oder Polke. „Sie passt hervorragend in den Dürener Papiersommer”, so Antje Kraus. „Und wir sind froh, dass wir sie in Düren zeigen können.”

Diverse Workshops im Papiermuseum

Im Rahmen des „Summer of Paper” finden im Papiermuseum diverse Workshops statt, Angeboten werden unter anderem Scherenschnitte, Origami, eine Fotorallye und Papiergießen. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos.
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