Düren - Addy Clemens organisiert Mundartfestival zum 18. Mal

Addy Clemens organisiert Mundartfestival zum 18. Mal

Von: Guido Jansen
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Er zählt zu den Gründerväte
Er zählt zu den Gründervätern des Munartfestivals und ist der Vorsitzende des AG Schnüss: Addy Clemens. Foto: Guido Jansen

Düren. „Das darf einfach nicht aussterben.” Addy Clemens hängt an der Sprache, die ihn geprägt hat. Die Rede ist vom Dürener Platt, eine Mischung aus Kölsch und Öcher Dialekt mit einem Schuss Eifel. „Teilweise gibt es schon von Ort zu Ort Unterschiede in der Sprache”, erzählt Clemens.

Was allen Unterarten des Rheinischen gemeinsam haben, beschreibt der Lehrer aus Düren folgendermaßen: „Unsere Sprache ist ein Kulturgut. Da schwingt ganz einfach das Herz mit.” Und deswegen gibt es die AG Schnüss, den Verein der Mundartfreunde. Die größte Schnüss-Veranstaltung des Jahres ist das Mundart-Festival, das seit Freitag im Stadtpark stattfindet. Die Geburtsstunde des Festivals war nicht geplant, sondern ist einfach so passiert.

Vor 18 Jahren haben die Schweess Fööss und die Echte Fründe nacheinander auf einer Bühne gestanden. Beide Bands eint die Sprache. Sie singen im Dürener Platt. „Da kam der Gedanke auf, dass wir ein Festival auf die Beine stellen müssen”, beschreibt Clemens, damals wie heute Sänger der Schweess Fööss. Dass 2011 die 18. Auflage stattfinden und die Liste der Gäste aus dem Adel des rheinischen Dialekts bestehen würde, damit haben die Fööss und die Fründe zu Beginn nicht gerechnet. Damals haben die Musiker selbst die Verzehrmärkchen verkauft und hinter dem Grill gestanden.

Seit dem ist das Festival gewaltig gewachsen. Kalle Pohl hat auf der Bühne unter den Platanen im Stadtpark gestanden. Zum Zehnjährigen waren Brings zu Gast. Damals fand das Konzert vor dem Dürener Rathaus statt. Wichtigster Grundsatz damals und heute: Das Festival ist kostenlos. 13 Bands und zwei Solisten treten auf und verzichten auf ihre Gagen. „Ich hoffe aber nicht, dass das Wochenende umsonst ist”, so Clemens.

Denn das Team der AG Schnüss will die rheinische Mundart lebendig halten. Das aus dem Englischen entliehene Wort Team ist dabei wichtig. Die Mitglieder der AG Schnüss arbeiten zusammen. Für jeden sei das Festival und die Pflege der Mundart ein lieb gewonnenes Hobby. „Jeder investiert viel Zeit”, berichtet der Lehrer. Am liebsten würde Addy Clemens, seines Zeichens Ur-Dürener, das hiesige Platt mit in den Schulunterricht einfließen lassen. „Hin und wieder lasse ich mal einen Satz in Platt fallen. Dann gucken die Schüler ganz erstaunt”, berichtet der Sänger der Schweess Fööss. Ein Teil der jungen Menschen würde den Dialekt zwar noch verstehen, aber nicht mehr richtig sprechen können.

Für das Wochenende wünscht sich Addy Clemens wieder Glück mit dem Wetter. Wieder, weil das Festival meist vom Regen verschont geblieben ist. „Petrus ist ein Rheinländer”, sagt der Rheinländer aus Überzeugung. Oftmals habe es links vom Stadtpark geregnet und rechts davon. Nur nicht da, wo wie Bühne des Festivals stand und jetzt auch wieder steht. Et iss noch immer joht jejange.
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