Düren - Abwrackprämie: Kunden greifen fleißig zu

Abwrackprämie: Kunden greifen fleißig zu

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Düren. Abwrackprämie kassieren oder weiter mit dem alten Wagen fahren? Die Frage steht derzeit in vielen Dürener Familien zur Diskussion.

Denn die Bundesregierung will den Verkauf von Neuwagen ankurbeln. Und das scheint in Düren auch zu klappen, wie Anfragen der „Nachrichten” bei diversen Autohändlern ergaben.

Wer ein Auto besitzt, das mindestens neun Jahre alt und wenigstens zwölf Monate auf ihn zugelassen ist, erhält beim Kauf eines Neu- oder Jahreswagens 2500 Euro vom Staat. Das alte Auto muss aber bei einem autorisierten Altautoentsorger nachweislich verschrottet werden.

Soweit die Voraussetzungen, die sich offenbar in Stadt und Kreis Düren seit letzten Donnerstag rund gesprochen haben. Denn seit vergangenen Donnerstag strömen die Menschen in die Autohäuser, zum Beispiel zu Auto Conen.

Dort freut sich Verkaufsleiter Martin Rath über zusätzliche Kunden, „die kommen und fragen”, und über „drei, vier Autos”, die wegen der Prämie am Samstag verkauft wurden.

Auch Peter Eschweiler, Verkaufsleiter bei Jacobs Automobile Düren, verzeichnet „regen Zulauf” und hält die Abwrackprämie für „genau die passende Maßnahme zur Ankurbelung der Autoindustrie”.

Vier Verträge seien allein Samstag unter Dach und Fach gekommen. Die Kundschaft zeige Interesse an VW und Audi im A3- und A4-Segment. Und laut Eschweiler ist nicht von einem Strohfeuer auszugehen.

Über eine Million Gebrauchtwagen sollen bundesweit in Umlauf sein, die zur Verschrottung anstehen. 1,5 Milliarden Euro stellt die Bundesregierung für Prämien zur Verfügung.

Wenn das Geld ausgegeben ist, gibt es keine Prämien mehr, so heißt es vorerst. Mehr Infos über die Details der Abwicklung wünschen sich alle befragten Händler; so auch Verkäufer Andy Breidenstein bei Skoda. Da wird übrigens ebenfalls „großes Interesse an Neuwagen” registriert.

„Deutlich mehr Kunden” sahen sich in den letzten Tagen auch bei Toyota um. Service-Berater Christoph Büschel: „Junge Leute wollen sich den ersten Neuwagen kaufen, ältere Kunden wollen ihr gutes, altes Schätzchen eintauschen.”

Bei Toyota setzte der Run letzten Freitag ein, und Verkaufsleiter Arkadius Stasch hofft nur eins: „Dass ich nicht ein halbes Jahr in Vorkasse gehen muss.” Monatliche Abrechnung der Prämien wäre ihm lieber.

Deutlich gedrückt ist die Stimmung bei den Gebrauchtwagenhändlern. Zu Lütfullah Celik kommen Kunden mit schmalem Geldbeutel, „die lassen die 5000-Euro-Autos stehen und wollen die zu 2000 Euro”.

Was jetzt mit Unterstützung des Staates verschrottet werde, seien „noch richtig gute Autos”. Baujahr ´97, ´98 und ´99, „mit sowas können wir noch Geld verdienen”.

Martin Rath bei Conen gießt ein bisschen Wasser in den Wein: Trotz Prämie könne sich noch lange nicht jeder ein neues Auto leisten. Wer einen alten Pkw fährt, bekommt nicht nur deshalb einen Kredit von der Bank, weil es die Abwrackprämie gibt. So sei der Kundenkreis letztlich doch kleiner als vielfach angenommen.

Die Prämie soll nicht nur der Konjunktur, sondern auch der Umwelt zugute kommen. Das Wegbrechen der Abgasschleudern werde beschleunigt, so heißt es.

Kann also die Dürener Luft profitieren? Walter Jordans, Vorsitzender vom BUND Kreis Düren, ist sogar skeptisch. „Der gute, alte Golf”, sagt er, habe weniger verbraucht als der heutige Golf.

Autos, die tatsächlich erheblich umweltfreundlicher seien, „gibt es zur Zeit gar nicht”. Und weiter: „Wenn zunehmend die großen Spritschlucker verschrottet würden, da hätten wir nichts dagegen.”
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