Abschied von zweien, die Kreuzau wirklich gut kennen

Von: mv
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Reisen, die Kochkunst erlernen
Reisen, die Kochkunst erlernen, sich um die Enkelkinder kümmern; das steht demnächst für Wilhelm Lützler (l.) und Willi Decker an. Die beiden Amtsleiter werden pensioniert. Foto: Margret Vallot

Kreuzau. Im neuen Jahr wird die Gemeindeverwaltung in Kreuzau auf zwei erfahrene Beamte verzichten müssen: Für Willi Decker und Wilhelm Lützler, beide Jahrgang 1949, beginnt im kommenden Jahr die inaktive Phase der Altersteilzeit.

Beide kennen Kreuzau wie ihre Westentaschen, zumindest von der verwaltungstechnischen Seite aus. Willi Decker ist im Rathaus seit 1998 für die Kasse zuständig. Als Kämmerer befasste er sich den lieben langen Tag mit Kassenkrediten, Darlehen, mit der Zinsentwicklung und konnte doch nicht verhindern, dass Kreuzau in den Nothaushalt geriet. Nothaushalt, das bedeutet, dass nur noch das bezahlt wird, was unbedingt notwendig ist. Es sind Ausgaben, die zu tätigen die Gemeinde vom Gesetzgeber gezwungen wird. Und trotzdem. „Kreuzau ist es aus eigener Kraft nicht möglich, aus den Schulden rauszukommen”, so Deckers pessimistische Prognose.

Deckers Nachfolger ist Ernst Stirnberg, der zuvor in Herzogenrath in der Verwaltung als Rechnungsprüfer tätig war, und in Kreuzau schon seit einigen Wochen eingearbeitet wird. „Wenn Hilfe gebraucht wird, bin ich da”, verspricht Willi Decker. Und man glaubt es ihm.

Der zweite Beamte, der das Rathaus in Kürze verlässt, ist Wilhelm Lützler. Seine Welt sind ganz und gar nicht die Zahlen, sondern die Menschen, mit denen er als Leiter von Ordnungsamt und Umweltamt ständig zu tun hatte. „Publikumsintensiv”, sei seine Arbeit, so sagt er. Und das sei auch genau das, was ihm an der Tätigkeit im Rathaus immer gefallen habe: der dauernde Umgang mit Menschen.

An die 90 Trauungen pro Jahr hat Lützler in seiner Anfangszeit in der Verwaltung geschafft. Als Leiter des Ordnungsamtes wurde er gerufen, wenn eine Wildsau durch die Gärten rast, wenn Jugendliche Krach machen, wenn eine Fliegenplage ausbricht oder bei Wildschaden. Kurz: Wenn sich jemand massiv gestört fühlt, und das passiert nicht selten. Auch über „die Blindheit der Überwachungskräfte und deren angeblich fehlendem Fingerspitzengefühl” beklagte sich mancher Kreuzauer Parksünder.

Da fühlte sich Lützler nur manchmal genervt, eher schon amüsiert und entwickelte eine große Menschenkenntnis. „Am Ende kennt man seine Pappenheimer und weiß, ob eine gerade geschlossene Ehe wohl gutgehen wird oder nicht”, erzählt er und dass er oft Recht behielt mit seinen Prognosen.

Willi Decker hat sich für den Ruhestand viel vorgenommen. Er will sich um die Zwillingsenkelkinder kümmern und „endlich mal zu Ereignissen hinreisen, über die man sonst nur in der Zeitung lesen kann.” Wilhelm Lützler möchte sein Hobby, das Kochen, zur Perfektion entwickeln und einen Kochkurs besuchen. Dazu als Ausgleich viel Sport machen, zum Beispiel Skifahren.
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