Düren - Abgründe und Utopien einer vergangenen Zeit

Abgründe und Utopien einer vergangenen Zeit

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Der Künstler Goya schaffte den Aufstieg vom Bauernsohn zum vielbegehrten Hofmaler Karls IV. Sein Schicksal ist Thema eines Schauspiels, das im Haus der Stadt aufgeführt wird.

Düren. Das Theater des Ostens, Berlin, ist am Samstag, 23. Januar, um 20 Uhr in Düren im Haus der Stadt zu Gast. Aufgeführt wird „Goya”, ein Schauspiel nach dem großen Künstlerroman von Lion Feuchtwanger.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war fast überall in Westeuropa das Mittelalter ausgetilgt. Auf der Iberischen Halbinsel dauerte es aber fort.

So leitet Lion Feuchtwanger seinen spannenden Roman über den spanischen Maler Francisco de Goya y Lucientes ein, dem der Aufstieg vom Bauernsohn zum vielbegehrten Hofmaler Karls IV gelang. Goyas zunächst sehr gefällige Portraits eröffneten ihm schon bald den Zutritt zu den höchsten Adelskreisen. Eine leidenschaftliche und zugleich zerstörerische Affäre mit der Herzogin von Alba beginnt.

Goya, durchaus auf seinen persönlichen Vorteil bedacht, verwickelt sich immer mehr in die Intrigen und Machtspiele bei Hofe, zieht sich dann aber enttäuscht in sein Privatleben zurück und konzentriert sich vornehmlich auf seine Kunst.

Dann passiert etwas Einschneidendes: Goya wird von der in Spanien grausam wütenden Inquisition zu einer Erklärung gezwungen. Diese tiefgreifende Erfahrung ist in seinen Bildern sichtbar. Es sind gefährliche Bilder, die die ureigene Macht des Malers deutlich machen. Trotzdem bleibt der Erste Hofmaler weiter seinen Gönnern verpflichtet.

Bis er ein Portrait der Herzogin von Alba anfertigt, das dieser die Züge einer Hexe verleiht. Die Herzogin ist empört und zerstört das Bild. Diese Krise stürzt den Maler in eine schwere Krankheit und mündet in den schmerzvollen Verlust seines Gehörs. Von nun an taub, kämpft er sich zu einer neuen Kunstform durch, ihm gelingen seine größten und ausdrucksstärksten Werke, in denen er radikal die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse anprangert.

Der Theaterabend Goya ist die Geschichte seines Schicksals: Dem Tod konnte er nicht ausweichen. Der Liebe wollte er nie ausweichen. Sein Leben war dramatisch: radikal, freiheitsliebend, verzweifelt, aufbegehrend, leidend, liebend, kämpfend, zerrissen. Die Freiheit, sich sein Leben nach eigenem Willen zu gestalten, hat er sich errauft. Und indem er das tat, fand er den Sinn des Lebens.

Mit Lion Feuchtwangers „Goya” bringt das Theater des Ostens erneut einen großen Stoff auf die Bühne. Die Theaterfassung Vera Oelschlegels lässt die Zuschauer in die Abgründe und Utopien einer längst vergangenen Zeit eintauchen.
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