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„Abendmorgenland” stellt die Frage: Geht „multikulti” überhaupt?

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Kofi und Pit glauben, dass ein multikulturelles Miteinander möglich ist. Foto: Jana Peterhoff

Düren. Etwa 100 Dürener Jugendliche haben im Haus der Stadt das Theaterstück „Abendmorgenland” gesehen. Es richtet sich an Teenager ab zwölf Jahren und spricht ohne Zweifel deren Sprache.

„Es ist schade, dass für die Aufführung nicht genug Werbung gemacht wurde. Ein paar Poster in den Schulen hätten schon was gebracht”, bedauert Elke Lyncker, Lehrerin am Gymnasium am Wirteltor die geringe Besucherzahl und damit eine „verpasste” Chance.

Dabei bietet die Inszenierung genug Gesprächs- und Unterrichtsstoff sowohl für Politik- und Sozialkunde, als auch für Deutsch- und Sachunterricht. Das Kölner Künstler Theater bot im Anschluss an das Stück sogar eine Diskussionsrunde mit den Schauspielern an.

Schwierige Fragen

Ist ein Miteinander überhaupt möglich in einem multinationalen Land wie Deutschland? Welche Vorurteile haben Vertreter einer Nation gegenüber Menschen einer anderen? Woher kommen die Differenzen und sind diese überwindbar? Wie funktioniert Integration?

Mit viel Humor und ein wenig Krimi-Spannung wurde das Stück über das (Un-) Mögliche eines Miteinanders in einer Multikulti-Gesellschaft inszeniert. Begleitende Feinbilder, Vorurteile und Missverständnisse wurden dargestellt. Einige davon konnten im Laufe des Stückes gelöst werden, andere wiederum nicht. Einen Versuch seitens der drei Wohngemeinschaftsmitglieder, diesen Fragen auf die Schliche zu kommen, war es auf jeden Fall wert.

Pit ist Deutscher und arbeitet in einem Laden. Kofi ist Afrikaner und paukt für die deutsche Staatsbürgerschaft. Nülifer, die neue Mitbewohnerin der befreundeten Jungs, ist eine Deutsche mit iranischen Wurzeln. Nein, Brüder habe sie keine, nur eine Schwester. Dafür hat aber Pit untypischerweise drei Brüder. Der Afrikaner ist ein Waisenkind, geflohen während des Bürgerkrieges in seinem Land. Nachdem beide Jungen beim Einzug der sympathischen Iranerin ein Flugblatt einer islamistischen Organisation finden, verdächtigen sie diese als radikale Fundamentalistin.

Ziemlich verwirrt

Voller Misstrauen durchsuchen sie ihr WG-Zimmer, um weitere Beweise zu finden. Ziemlich verwirrt stehen sie da, als die im Iran lebende Schwester von Nülifer, die ihr ziemlich ähnlich sieht, in der WG auftaucht. Der Erklärungsbedarf wird immer dringender.

Zum Schluss erklingt aus dem Radio ein Mix aus deutscher, afrikanischer und persischer Musik. Ein gutes Zeichen. Die WG-Bewohner beschließen in Zukunft mit Respekt und Vertrauen miteinander umzugehen. Und vielleicht haben sie die Chance gute Freunde zu werden.
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