Huchem-Stammeln - A4-Brücke ist fertig: Erste Zugfahrt um 4.30 Uhr

A4-Brücke ist fertig: Erste Zugfahrt um 4.30 Uhr

Von: jul
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Die Gleisarbeiten zur neuen Brücke über die A 4 sind heute fertiggestellt. Foto: Julian Loevenich

Huchem-Stammeln. Dröhnend tauchen die stählernen, übergroßen Meißel im Steinbett ab, eine kurze Vibration. Dann werden sie herausgezogen, um sofort wieder in dem Meer hellgrauer Steine zu versinken. Ein lärmender, gleichmäßiger Rhythmus übertönt jede Ruhe. Aufgewirbelter Staub verdeckt die Sicht.

Im Fachjargon heißen diese Meißel „Stopfpickel“ und sind an der Unterseite eines riesigen Gefährts angebracht. Knapp 30 Meter lang, mehrere Meter hoch, schiebt sich der gelbe Zug Zentimeter für Zentimeter die Gleise entlang.

„Das ist die so genannte Stopfmaschine“, erklärt Planungsleiter Christoph Göddecke. Sie greift in das Schotterbett hinein, hebt die Gleise an, justiert diese mit Hilfe von Druck, Vibration und zuvor erstellten Messdaten millimetergenau und markiert somit den letzten Abschnitt der mehrere Monate andauernden Arbeit an der Rurtalbahnstrecke auf Höhe des Gewerbegebietes „Rurbenden“ an der A 4 bei Huchem-Stammeln. „Im Rahmen des sechsspurigen Ausbau der Autobahn musste die Brücke erneuert werden“, so Göddecke.

Bei dem alten Konstrukt habe es sich um einen Bau aus den 1950er Jahren gehalten, weshalb man sich für einen Neubau der Brücke entschieden habe, erläutert Göddecke die Ausgangssituation. Zu dieser gehörte auch, dass Straßen NRW als Landesbetrieb für Straßenbau nicht nur einen Ausbau der Fahrbahn in die Breite plante, sondern die Autobahndecke auch rund anderthalb Meter anhob. Der Planungsleiter dazu: „Deswegen musste auch die Brücke angehoben werden. Man konnte die aber nicht einfach nehmen und höher setzen“ – man hätte dann auch die Rampen verlängern müssen und sdas wäre teuer geworden.

Statische Rafinesse

Mit statischer Raffinesse gelang es, die Brücke an der Unterkante zu stauchen und somit den Verlauf der Bahnstrecke relativ flach zu halten. Zwei Meter höher als ihr Vorgänger und sechs Meter länger erstreckt sich die neue Brücke seit letztem Jahr über dem rauschenden Verkehr – und das 18 Meter links von der alten entfernt. „Wir haben während des laufenden Betriebs die neue Brücke und den Damm, auf dem die Schienen zur Brücke hin liegen, gebaut“, berichtet Göddecke, „und müssen diese jetzt in den alten Schienenverlauf einfügen.“ 608 Meter lang ist das Stück, das bis Sonntag an das Schienennetz angeschlossen wurde.

Dabei mussten vorab schon alle elektronischen Signale innerhalb dieses Bereichs für den späteren Zugverkehr installiert und getestet werden. Nun sorgen Stopfmaschine und Schotterpflug, der unter anderem die Schienen von Steinen befreit, für den letzten Feinschliff. Insgesamt drei bis vier Mal kriechen die Fahrzeuge hintereinander auf dem Streckenabschnitt entlang.

„Donnerstagvormittag war vom Wetter der entscheidende Zeitpunkt für unsere Planung“, so Göddecke. Die Sonne schien, die wichtigen Arbeiten konnten vorgenommen werden. Ein sichtlich entspannter Planungsleiter freut sich: „Wir liegen optimal im Zeitplan. Alles lief nach Plan.“ Für heute ist um 4.30 Uhr ist die erste planmäßige Fahrt auf dem neuen Stück Schienen geplant. Dann sind Lärm und Staub Vergangenheit. Lediglich der alte Damm und die ausgediente Brücke werden dann noch bis zum Abriss an frühere Zeiten erinnern.

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