750 Bürger demonstrieren friedlich gegen Rechtsradikalismus

Von: kin
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Absolut ruhig und friedlich demonstrierten Samstagmittag rund 750 Männer und Frauen, Junge und Alte, Dürener und Migranten im Dürener Ortsteil Merken gegen Rechtsradikalismus und Nationalsozialismus. Foto: Kinkel

Düren. Absolut ruhig und friedlich demonstrierten Samstagmittag rund 750 Männer und Frauen, Junge und Alte, Dürener und Migranten im Dürener Ortsteil Merken gegen Rechtsradikalismus und Nationalsozialismus. Die Demonstration hatte einen ernsten Hintergrund.

Ein Wirt aus Merken hatte sich angeschickt, seine Gaststätte an die NPD zu verkaufen, die hier ein „nationales Zentrum in Rheinland” einrichten wollte. In letzter Minute konnte der Verkauf der Kneipe an die NPD jedoch verhindert und dem Wirt ein alternatives Kaufangebot schmackhaft gemacht werden.

„Ich hätte mir niemals vorstellen können”, so Jo Ecker, einer der Sprecher der Initiative „Unser Merken gegen Rassismus”, „dass ich einmal für mein Heimatdorf Merken gegen Rechtsradikalismus auf die Straße gehen müsste. Wir lassen Intoleranz, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit hier in Merken nicht zu.” Angst, so Ecker, habe sich in Merken in den letzten Wochen und Monaten breit gemacht. „Wir müssen die Demokratie verteidigen, müssen hinschauen, wachsam sein, aufklären und Zivilcourage zeigen.”

Bürgermeister Paul Larue lobte die Besonnenheit der Merkener Bürger in den letzten Wochen und Monaten, als der Verkauf der Gaststätte an die NPD im Raum stand. „Da waren die Merkener auf eine sehr harte Probe gestellt. Aber wir haben bewiesen, dass wir als städtische Gemeinschaft nicht nur zusammen feiern können, sondern auch in solchen Situationen zusammen stehen. Wir lehnen Extremismus jeglicher Art ab.” Und Susanne Rössler, Sprecherin des „Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt” ergänzte: „Es geht hier um viel mehr als um den Verkauf einer Kneipe. Vor der rechten Ideologie ist keiner gefeit. Auch dafür müssen wir ein Bewusstsein schaffen.”

Im Anschluss an die Demonstration, die von etlichen Polizeibeamten auch aus der Städteregion Aachen begleitet wurde, gab es für die Demonstranten am Dorfplatz vor der Kirche noch eine warme Suppe und Getränke. Jo Ecker: „Wir wollen diesen Tag auch mit viel Freude begehen. Wir haben für Merken einen Etappensieg erreicht. Und es ist toll, wie viele heute gekommen sind.”
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