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600 Menschen demonstrieren in Düren gegen „braunen Terror”

Von: Ottmar Hansen
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Rund 600 Teilnehmer beteiligte
Rund 600 Teilnehmer beteiligten sich gestern Abend am Demonstrationszug gegen rechte Gewalt durch die Dürener Foto: Ottmar Hansen

Düren. In Düren ist kein Platz für rechtsradikales Gedankengut und Gewalt! Diese Botschaft trugen am Freitag rund 600 Teilnehmer eines Demonstrationszuges durch die Innenstadt.

Das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt hatte zur Demo mit anschließender Kundgebung in der Marienkirche aufgerufen. „Stoppt den braunen Terror.

Wir wehren uns” lautete das Motto der Veranstaltung. Zunächst versammelten sich die Demonstrationsteilnehmer auf dem Hof der DITIB-Moschee an der Veldener Straße. DGB-Sekretär Karl Panitz begrüßte hier unter anderem Staatssekretär Thomas Rachel (CDU) und MdB Dietmar Nietan (SPD).

Auf Plakaten hatten die Menschen ihr Anliegen schriftlich fixiert. „NPD-Verbot sofort!” und „Scheiß auf rechts!”, war dort zu lesen.

„Wir wollen heute ein deutliches Zeichen setzen für Toleranz, Gewaltlosigkeit und Dialog”, betonte Panitz. Spätestens seit Enttarnung der Zwickauer Terrorzelle müsse allen Bundesbürgern klar sein, wie groß die Gefahr von rechts sei, so der Gewerkschafter.

Und die Gefahr zeige sich auch ganz konkret im Kreis Düren. So seien die Ermittler im Zwickauer Fall auf eine „Feindesliste” gestoßen, auf der auch 19 Personen und Organisationen aus dem Kreisgebiet verzeichnet gewesen seien.

Panitz: „Das beweist die Vernetzung der rechtsextremen Szene in unserer Region.” In den Kontext passe der Angriff auf das DGB-Haus vom vergangenen Wochenende. Unter dem Beifall der Demonstranten sagte Panitz: „Wir fordern ein Verbot der NPD und der Kameradschaft Aachener Land. Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass diese Organisationen ihr menschenverachtendes Gedankengut nicht weiter verbreiten können.”

Atila Balihci, Geschäftsführer der Moschee, versicherte: „Viele Menschen unterschiedlicher Herkunft besuchen regelmäßig unsere Moschee. Wir lassen uns von dem braunen Terror nicht einschüchtern.” Bürgermeister Paul Larue rief dazu auf, „Flagge zu zeigen”.

Die Menschen in Düren müssten gemeinsam für die Werte der Verfassung einstehen, so sein Appell. Die Morde der Zwickauer Zelle seien eine Schande für das ganze Land, so Larue weiter.

„Unsere Demo ist nur ein kleiner Beitrag gegen die rechte Gewalt, aber ein ganz wichtiger!” Im Anschluss bewegte sich der Menschenzug durch die Stadt, ehe in der Marienkirche das Bündnis zur Vollversammlung zusammentrat.
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