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50 Jahre Partnerschaft zwischen „Zwillingsstädten”

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Geneviève Adam, Vize-Bürgermeisterin von Valenciennes, trug sich ins Goldene Buch der Stadt Düren ein, Bürgermeister Paul Larue assistierte. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Irgendwie ist Karl-Heinz Schnitzler aus Düren ein Stück gelebte Städtepartnerschaft. Als am Samstagabend der 50-jährige Geburtstag der Städtepartnerschaft zwischen Düren und Valenciennes gefeiert wurde, war er einer von rund 50 Dürenerinnen und Dürenern, die ins Rathausfoyer gekommen waren.

Vielleicht, weil die Partnerschaft zwischen Düren und Valenciennes die erste Städtepartnerschaft der Rurstadt war. Vielleicht aber auch, weil sie mit Abstand die älteste „Jumelage” zwischen einer deutschen und einer französischen Kommune im Rheinland war.

Ganz sicher aber, weil Schnitzler, als junger Pennäler mit 12 oder 13 Jahren im ersten Dürener Bus saß, der auf dem Weg nach Valenciennes war. Zum ersten Schüleraustausch. „Das war eigentlich mehr ein Zufall”, erinnert sich der Rechtsanwalt heute. „Aber ich bin danach noch häufig in Valenciennes gewesen, hatte viele Brieffreunde, von denen sich einige heute im Partnerschaftskomitee engagieren.”

Eine Städtepartnerschaft lebt von den Menschen, das betonten auch Dürens Bürgermeister Paul Larue und Geneviève Adam, Vize-Bürgermeisterin von Valenciennes, die in Vertretung von Bürgermeister Dominique Riquet mit der rund 50-köpfigen Delegation ins Rathaus gekommen war.

Von den Menschen und den vielen Initiativen auf kultureller, schulischer, sozialer, medizinischer, sportlicher und sogar religiöser Ebene. Paul Larue betonte, dass es 1959 die Franzosen gewesen seien, die Deutschland und Düren die Hand zur Versöhnung gereicht hätten. „Wenn Versöhnung gelingen soll”, so Larue, „dann muss einer den Anfang machen. Und das haben die Franzosen getan.
Dafür sagen wir Danke, auch und nicht zuletzt, weil es Deutschland war, das mit verbrecherischer Politik Krieg und Zerstörung nach Frankreich gebracht haben.”

Viele Gemeinsamkeiten

Heute seien Düren und Valenciennes zusammen gewachsen, weil es trotz vieler Unterschiede auch unendlich viele Gemeinsamkeiten gebe. Larue: „Wir sind Zwillingsstädte. Beide Städte wurden im Zweiten Weltkrieg fast bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Beide Städte haben den Neuanfang geschafft. Beide sind industriell geprägt und erleben gerade einen Strukturwandel. Und beide sind wichtige Mittelzentren: Düren in der Nähe von Köln und Valenciennes in der Nähe von Lille.”

Geneviève Adam: „Wir lieben und schätzen uns, es herrscht Frieden, Solidarität und Respekt. Aber das müssen wir noch stärken indem wir unsere Traditionen erhalten, aber auch, indem wir neue Projekte entwickeln.” „Diese Städtepartnerschaft ist noch längst nicht verbraucht”, betonte die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Ina Schoeller. „Und das darf auch in Zukunft nie passieren.”

Für einen äußerst ansprechenden Rahmen der Feierstunde sorgten ein Instrumentalensemble des Stiftischen Gymnasiums unter der Leitung von Astrid Michels mit Amélie Kraus, Matthias Heck und Janec Kohlschütter.

Die Schüler des Burgau-Gymnasiums hatten mit ihrer Lehrerin Dr. Helga Meusemann einen dreisprachigen, sehr amüsanten Sketch einstudiert, in dem es um Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten Englands, Frankreichs und Deutschlands ging.

Im Anschluss an den zeitweise sehr emotionalen Festakt gab es Gelegenheit zum persönlichen Gespräch. Und da war dann auch wieder Karl-Heinz Schnitzler aktiv. Der engagiert sich mittlerweile in der Sektion Düren des Alpenvereins. Und koordiniert hier eine Freundschaft mit einer Wandergruppe aus Valenciennes. Gelebte Städtepartnerschaft eben.
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