Düren - 50 Jahre Lebenshilfe Düren: Akzeptanz in der Gesellschaft

50 Jahre Lebenshilfe Düren: Akzeptanz in der Gesellschaft

Von: Sandra Kinkel
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Die Lebenshilfe in Düren feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Zum Verband gehören auch vier Kindertagesstätten. Unser Bild zeigt behinderte und nicht-behinderte Kinder, die im Kindergarten „Eschfeldmäuse“ gemeinsam groß werden und offenbar viel Spaß dabei haben.

Düren. „Wir betreuen Menschen mit Behinderung von ihrer Geburt bis zum Tod. Was aus einer Elterninitiative entstanden ist, ist heute ein richtiges mittelständisches Unternehmen.“ Wolfgang Prümm ist Geschäftsführer der Lebenshilfe Düren. Der Verein mit rund 500 Mitgliedern feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Es war am 25. März 1963, als sich Eltern geistig behinderter Menschen zusammenschlossen und die „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind, Ortsverein Düren“ gründeten. „Damals“, sagt Inge Hehemeyer, Vorsitzende der Lebenshilfe, „wollten Eltern für ihre erwachsenen Kinder eine sinnvolle Beschäftigung schaffen. Und nur ein Jahr nach Gründung der Lebenshilfe, wurde in Düren eine Anlernwerkstatt eröffnet.“

Einer, der die Lebenshilfe in Düren mitgegründet hat und viele Jahre ihr Vorsitzender war, war der inzwischen verstorbene Leiter der Christophorus-Schule, Jakob Savelsberg. Wolfgang Prümm: „Herr Savelsberg war wirklich die treibende Kraft, ihm haben wir viel zu verdanken.“

Aus der Anlernwerkstatt von einst ist heute ein breites Netz von Angeboten mit Frühförderstelle, Kindertagesstätten, Wohnheimen (mit Bereichen für Senioren), betreutem Wohnen und begleitenden Maßnahmen wie Ferienfahren oder Bildungsangeboten geworden. Außerdem ist die Lebenshilfe Hauptgesellschafterin der Rurtalwerkstätten.

Prümm: „Wir haben drei Standbeine: Die Lebenshilfe ist Träger von Einrichtungen. Wir machen darüber hinaus Lobbyarbeit für die behinderten Menschen und stärken die Eltern.“ Über allem steht der Leitspruch, den sich die Verantwortlichen der Lebenshilfe Düren auf die Fahnen geschrieben haben „Es ist normal, verschieden zu sein.“

Hätten Eltern von geistig behinderten Kindern in den Anfängen der Lebenshilfe oft mit Ablehnung und Diffamierung kämpfen müssen, habe sich im Laufe der vergangenen 50 Jahre in der Behindertenarbeit viel getan, sagt Wolfgang Prümm. „Wir haben uns mindestens 40 Jahre für die Integration behinderter Menschen eingesetzt“, sagt Wolfgang Prümm. „Dafür, dass behinderte Menschen Akzeptanz in der Bevölkerung erfahren und auch am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen. In vielen Bereichen ist das gelungen.“

Heute ist Inklusion das neue Schlagwort in der Behindertenarbeit, also das Recht jedes Menschen, gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. So steht es jedenfalls in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen.

Zum Beispiel sollen behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam in einer Schule unterrichtet werden. „Bis die Inklusion wirklich umgesetzt ist“, sagt Wolfgang Prümm, „werden auch viele Jahre vergehen. Meine Überzeugung ist, dass das viel Zeit braucht, die wir uns auch nehmen sollten.“

Die Lebenshilfe Düren versteht sich aber auch als mittelständisches Unternehmen. Prümm: „Bei uns arbeiten 270 Männer und Frauen, die alle auch Steuern zahlen. Was ich sagen möchte ist, dass wir viel Unterstützung aus öffentlichen Mitteln bekommen, aber durch die Schaffung von Arbeitsplätzen auch sehr viel zurück geben.“ Zum Jubiläum hat die Lebenshilfe übrigens eine umfangreiche Festschrift herausgebracht, die ab sofort kostenlos in der Geschäftsstelle unter Telefon 02421/53942 bestellt werden.

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