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31-Jähriger muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten

Von: mv
Letzte Aktualisierung:
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Nur noch ein Haufen Schrott: Der Pkw nach dem schlimmen Unfall.

Düren. Ergreifende Szenen spielten sich am Dienstag vor Gericht ab. Am Ende lagen sich Angeklagter und Opfer, beide von schlimmem Kummer gequält, bitterlich weinend in den Armen. Beide Männer leiden sehr an den Folgen eines Unfalls, der sich am 5. Juni 2008 bei Vettweiß ereignete.

Angeklagt war ein Lkw-Fahrer (31) aus Witten. Er hat an jenem verhängnisvollen Unfalltag einen Pkw übersehen, wie er auch zugab. Als er mit seinem 15 Meter langen Sattelzug nach links abbog, raste ein Fiat, in dem Vater und Sohn saßen, seitlich in den Lkw rein.

Das Dach des Pkw wurde abrasiert, der Fiat steckte fast zur Hälfte unter dem Lkw, der Sohn auf dem Beifahrersitz wurde verletzt und erlebte, wie neben ihm sein Vater starb. Er leidet noch heute körperlich und seelisch und trat vor Gericht als Nebenkläger auf.

Auch die Witwe trat als Nebenklägerin auf und war mehrfach den Tränen nahe. Heftig weinte auch die Begleiterin des Lkw-Fahrers auf der Zuschauerbank, vor allem, als die Staatsanwältin eine Strafe von einem Jahr und vier Monaten und Führerscheinentzug für zwei Jahre verlangte.

Richter Georg Wingen befragte den 31-Jährigen und erfuhr: Der Mann saß an dem Tag erst zwei Stunden hinter dem Steuer, er war ausgeschlafen, er war nicht im Stress, hatte keinen Alkohol getrunken, die Sichtverhältnisse an dem Tag waren hervorragend. Bei dem Fahrer handelt es sich um einen seit 1996 ausgebildeten Berufsfahrer, der 100.000 Kilometer pro Jahr fährt. Ein Sachverständiger hatte ermittelt, dass beide Wagen sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten hatten.

Der Fahrer ist strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten, hat aber diverse Punkte in Flensburg, ihm wurde 2004 bereits einmal der Führerschein abgenommen. Bei Sohn und Witwe seines Opfers hatte er sich nach dem Unfall nicht entschuldigt. Das holte er am Dienstag weinend nach.

Das Schöffengericht entschied: Der Angeklagte handelte grob fahrlässig und wird mit einem Jahr auf Bewährung und drei Monaten Fahrverbot bestraft.
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