Düren - 3000 Kilometer für den Frieden unterwegs

3000 Kilometer für den Frieden unterwegs

Von: Gudrun Klinkhammer
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Von Heinz Jussen, dem Initiator des Projektes „Flamme für Frieden - Jugend macht Europa“, erhielt Thomas Floßdorf, stellvertretender Dürener Bürgermeister, eine Erinnerungsurkunde. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Es war nicht das Olympische Feuer, das da am Freitagmittag auf den Innenhof der Evangelischen Gemeinde getragen wurde. Bei der lodernden Flamme, die für einige Stunden in Düren Einzug hielt, handelte sich um die „Flamme für Frieden – Jugend macht Europa“.

Vor zwei Jahren begann der pensionierte Schulleiter Heinz Jussen, der heute in Aachen zu Hause ist, das Mammutprojekt auf die Beine zu stellen. Der 73-Jährige hat ein bewegtes Leben hinter sich. Erst arbeitete er als Bergmann, dann als Kampfsportler und später als Einsatzleiter bei der Polizei. 1974 war er dabei, als ein Wasserwerfer-Einsatz gegen Demonstranten eskalierte.

Er war angewidert von der Gewalt, die er in diesem Moment durch seine Arbeit noch förderte. Er stieg aus, studierte Pädagogik und wurde Lehrer und Schulleiter in Bonn. Als Flüchtlinge aus dem Bosnienkrieg an seiner Schule landeten, fuhr er spontan Hilfsgüter in die eingeschlossene Stadt Tuzla. Aus dieser Vorgeschichte heraus entschloss sich der Pädagoge, einen Friedenslauf zu initiieren, den er nun durchführte. Start war am 28. Juli in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien/Herzegowina.

Über acht Wochen hinweg wurden 54 Etappenorte in zwölf verschiedenen Ländern angelaufen. Am Sonntag fand im Zielort Aachen eine Zeremonie mit Informationen, Grußworten und Musik im Stadttheater statt.

Heinz Jussen absolvierte die 3000 Kilometer lange Strecke nicht alleine, einige Hundert Stamm- und Gastläufer aus zwölf verschiedenen Nationen liefen abwechselnd mit. Zahlreiche Firmen und Prominente wie etwa Günter Wallraff unterstützten die ehrenamtliche Aktion. Thomas Floßdorf, stellvertretender Bürgermeister in Düren, begrüßte die Läufer im Innenhof der Evangelischen Gemeinde.

Für die Stadt Düren, die selbst eine zutiefst bewegende Kriegsgeschichte hinter sich hat und immer noch von entsprechenden Narben gezeichnet ist, war der Empfang der Läuferschar selbstverständlich. Heinz Jussen erklärte den Anwesenden gegenüber: „Das Feuer des Friedens soll gegen das Feuer des Krieges wirken und die Vergangenheit erhellen. Wir wünschen uns: Nie wieder Krieg.“ Applaus erhielten die Läufer auch vom Dürener „Läufer mit der Sammelbüchse“, Peter Borsdorff, der es sich nicht hatte nehmen lassen, einige Worte mit seinen Kollegen zu sprechen.

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