30 Grad im Schatten: Dürener in der Wüste Tunesiens

Von: Beate Weiler-Pranter
Letzte Aktualisierung:
5513011.jpg
Auch 2014 will Manfred Bolder die Tuareg Rallye als Rettungs-Assistent begleiten. Foto: bwp

Hürtgenwald. Während viele Familien sich auf ihren gemeinsamen Sommerurlaub freuen, steht bei Bolders aus Bergstein jetzt schon fest: Auch dieses Jahr wird Papa wenig Zeit für Ehefrau Christina und die Kinder Katharina (zehn Jahre) und Alexander (sieben Jahre) haben. Denn einen Großteil seines Jahresurlaubs hat der Familienvater schon für sein ungewöhnliches ‚Hobby’ geopfert.

Bereits zum dritten Mal begleitete Manfred Bolder als Rettungsassistent die Tuareg-Rallye, die dieses Jahr in Tunesien ausgetragen wurde. Mit einem Team von Ärzten und Sanitätern – darunter auch Rainer Harzheim aus Vettweiß - war er für die medizinische Betreuung der Rallye-Teilnehmer zuständig. Mitten in der Wüste, bei bis zu 30 Grad im Schatten.

Seit 15 Jahren locken die „offroad“-Herausforderungen der Tuareg-Rallye jährlich etwa 250 Teilnehmer – Profis wie Amateure – zu dem spektakulären Wüstenrennen auf den afrikanischen Kontinent. „Genau wie bei dem Rennen Paris-Dakar geht es den Fahrern ums Ausloten der eigenen Grenzen unter extremen Bedingungen. In diesem Jahr führte der 2500 Kilometer lange Rundkurs durch Chott el Djerid, das größte Salzseengebiet der Sahara“, beschreibt Manfred Bolder die für Mensch und Material strapaziöse Tour.

Abenteurer aus 15 Nationen hatten sich angemeldet und von Kanada, Japan oder Australien ihre Rennmaschinen nach Tunesien verschifft. „Einige hatten gerade erst den Führerschein, andere waren schon im Rentenalter“, schildert der Bergsteiner das bunt zusammen gewürfelte Fahrerlager.

Oliver Zorn, ehemaliger ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Düren, hatte Bolder, der sonst für den Malteser Hilfsdienst in Nideggen unterwegs ist, auf das außergewöhnliche Einsatzgebiet aufmerksam gemacht und ihn in das Notarztteam der Tuareg Rallye geholt.

14 Tage verbrachte der gebürtige Kreuzauer diesmal in Tunesien, denn bevor die internationalen Fahrerteams für sechs Tage an den Start gingen, musste die medizinische Crew selbst auf die Piste. „In der ‚Sandfahrschule’ haben wir erst in Buggies und später in unseren Jeeps trainiert, wie wir sicher über Dünen und durch Flugsand kommen“, erzählt der Rettungs-Assistent, der in der Eifel am liebsten mit dem Mountainbike unterwegs ist.

Ausgestattet mit dem so genannten „Roadbook“, in dem die jeweilige Tagesetappe eingezeichnet war, gingen die Fahrer der 150 „Enduros“ (geländetaugliche Motorräder) sowie der gut 70 Pkw jeden Morgen ins Gelände. „Während der Strecke mussten sie unsere verschiedenen Checkpoints passieren“, erklärt der 43-Jährige die Bedingungen des Rennens. Die einzelnen Zwischenstopps in der Sandwüste waren weit sichtbar mit bunten Fahnen markiert, zusätzlich trug das medizinische Betreuungsteam signalfarbene, knallorange T-Shirts.

„Und wenn trotzdem ein Fahrer nicht bei uns auftauchte, machten wir uns auf die Suche nach ihm“, erzählt Manfred Bolder, der neben dem medizinischen Equipment an Bord des zum Rettungswagen umgebauten Landcruisers immer literweise Wasser für die Rallye-Fahrer gebunkert hatte. „Einige der Teilnehmer hatten sich bei der Hitze einfach überfordert und zu wenig getrunken“, schildert Bolder die anschließende Erstversorgung in der Wüste. Nach manchem Sturz mit dem Motorrad mussten aber auch verstauchte oder gebrochene Handgelenke oder Schlüsselbeine behandelt werden.

Für den engagierten Rettungsassistenten steht fest: „Im nächsten Jahr bin ich wieder in Afrika dabei. Und bis dahin fahre ich Rettung in meiner geliebten Eifel.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert