25 Gruppen beteiligen sich am traditionellen Erntedankzug

Von: Gudrun Klinkhammer
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Bunt geschmückt und festlich dekoriert zogen die Wagen beim Erntedankzug durch Abenden. Am Samstag hatten die Wagenbauer – unter anderem auf dem Holliger Hof – noch alle Hände voll zu tun. Foto: Klinkhammer
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Bunt geschmückt und festlich dekoriert zogen die Wagen beim Erntedankzug durch Abenden. Am Samstag hatten die Wagenbauer – unter anderem auf dem Holliger Hof – noch alle Hände voll zu tun. Foto: Klinkhammer
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Bunt geschmückt und festlich dekoriert zogen die Wagen beim Erntedankzug durch Abenden. Am Samstag hatten die Wagenbauer – unter anderem auf dem Holliger Hof – noch alle Hände voll zu tun. Foto: Klinkhammer
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Bunt geschmückt und festlich dekoriert zogen die Wagen beim Erntedankzug durch Abenden. Am Samstag hatten die Wagenbauer – unter anderem auf dem Holliger Hof – noch alle Hände voll zu tun. Foto: Klinkhammer

Abenden. Hochbetrieb auf dem Holliger Hof in Abenden: Frauen laufen hin und her, in den Armen halten sie dicke Bündel mit Ästen, noch gut belaubt. Männer sägen und klopfen konzentriert an Wagenaufbauten, viel gesprochen wird nicht.

Die Vorbereitungen für den Erntedankzug im Ort gehen in ihre entscheidende Phase. „Normalerweise fangen wir mit den Vorbereitungen schon ein Wochenende vor dem Erntedank-Umzug an“, erklärt Christel Jansen, Chefin auf dem Holliger Hof. „Doch dank des Feiertags in diesem Jahr brauchten wir erst am Freitag zu starten.“ Der Blick auf die Wettervorhersage ist für die Teilnehmer des Erntedankzuges in Abenden in jedem Jahr unausweichlich. Zwar scheint während der Vorbereitungen am Samstag die Sonne sommerlich warm vom Himmel, doch für den Tag des Umzugs selbst kündigt der Wetterdienst Regen an. Darauf reagieren die Wagenbauer.

Ein Dach aus Moniereisen

Die Männer, allen voran der Chef des Hofes, Dieter Jansen, wölben ein Moniereisen über der Karre, die am Sonntag als einer von vielen Schmuckwagen durch den Ort gezogen wird. In die einzelnen Eisenquadrate stecken die Mitglieder der Familie Jansen mit Nachbarn und Freunden die noch belaubten Äste von Blutpflaume, Eiche und Walnuss, so dass ein buntes und vor allem regensicheres Dach entsteht. Am Rand der Karre kommen Strohballen zu liegen, die als Sitz- und Ablagefläche dienen. In Körben wird Gemüse dekoriert, hinzu gesellen sich Kräuter wie Rosmarin, dicke Kartoffeln und Bilderbuchkürbisse in knalligem Orange.

Dieter Jansen greift auf eine reichhaltige Erfahrung zurück. Der 60-jährige Tischlermeister ist auf einem Bauernhof mitten in Abenden aufgewachsen. Später wurde der Betrieb ausgesiedelt, heute wird auf dem Holliger Hof noch Nebenerwerbslandwirtschaft mit derzeit zwei Kühen, vier Bullen und zwei Kälbchen betrieben. Schon als Fünfjähriger bastelte sich Dieter Jansen eine kleine Erntedank-Handkarre selber, seine Söhne taten es ihm später gleich. Nur fünfmal musste der Tischlermeister in den vergangenen Jahrzehnten pausieren und konnte nicht an seinem geliebten Umzug teilnehmen. „Einmal sah ich den Erntedankzug in Abenden vom Straßenrand aus, da schossen mir die Tränen in die Augen“, erinnert sich der 60-Jährige, während er die Karre dekoriert. Für die Familie Jansen ist das Erntedankfest mindestens ebenso wichtig wie das Weihnachtsfest, erklärt Christel Jansen. Die Freude und die Dankbarkeit auszudrücken über das, was aus der Erde herausgewachsen ist, das macht alle glücklich – und es macht sehr viel Spaß. Inzwischen wurden sogar die aus den Niederlanden stammenden Nachbarn der Jansens vom Erntedankfest-Fieber angesteckt und packen tatkräftig mit an. Zum engen Kreis der Wagen-Schmücker auf dem Jansenhof zählen die Kinder Thomas und David, die Freundinnen Louisa Hillemacher und Kati Schlegel, Claudia und Kalle Kremers, Will Righart und Paul und Desirée Baardman.

Keine 24 Stunden später dann ist es endlich soweit. Der Erntedankzug erfreut und erstaunt viele Hundert Zuschauer in Abenden. Allen voran fahren die 83-jährige Anne und der 86-jährige Alfred Breuer auf einem wunderschön geschmückten „Hufeisenwagen“. Seit 20 Jahren sitzt das Paar an dieser Stelle und begrüßt winkend die Gäste, die den Umzug anschauen. „Wir haben in diesem Jahr was zu feiern, sind wir doch seit 66 Jahren verheiratet“, verrät Alfred Breuer am Rande.

Auf den Hufeisenwagen folgt der Verkehrsverein als Fußgruppe mit Heike und Jürgen Simon an der Spitze. Eine Gastgruppe aus Vettweiß nimmt in alter Verbundenheit ebenso teil wie die Tambouren aus Berg. Die Kinder des Kindergartens Räuberhöhle haben sich als Zwerge verkleidet.

Insgesamt 25 Gruppen sorgen dafür, dass das Fest seinen Namen auch wirklich verdient. Unter einer herrlichen Erntedankkrone sitzend fahren die jungen Frauen des Ortes durch die Straßen von Abenden. David Jansen zieht den am Samstag dekorierten Anhänger mit einem knallroten Massey Ferguson, Baujahr 1965. Einige Gruppen kommen in alten Trachten daher, darunter Bärbel Hoffmann und Stefanie Wiemken. Immer wieder schenken die Zuschauer den Akteuren herzlichen Applaus.

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