Radarfallen Blitzen Freisteller

23. Dürener Jazztage: Musikalisches Feuerwerk der Extraklasse

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
5829563.jpg
Carleen Anderson begeisterte rund 1000 Jazzfreunde beim Stadtwerkeabend auf dem Kaiserplatz. Die Sängerin hat eine ungeheuer ausdrucksstarke Stimme. Alle Foto: Sandra Kinkel
5829596.jpg
Gespräch zweier Saxofone: Söhnke Pelzer (links) und Philipp Roth im Duett. Foto: Sandra Kinkel
5829585.jpg
Ein komplettes Schlagzeug verstauen Ben Karnott (l.) und Torben Dittmar im Kleinwagen. Foto: Sandra Kinkel
5829579.jpg
Ein Dürener Gewächs: Ina Hagenau war der gefeierte Gaststar von „Lucifer‘s Delicious“. Foto: Sandra Kinkel
5832687.jpg
Ein krönender Abschluss. Chico Freeman (l.), der schon bei der Kneipentour mit Günther Joos swingte, bei seinem Konzert in der Christuskirche. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Chico Freeman ist klasse. Wahnsinn.“ Der Dürener Vibrafonist Günter Joos ist glücklich. Gerade hat er eine fulminante Jam-Session mit dem US-amerikanischen Saxofonisten hingelegt – und damit ganz sicher für einen der Höhepunkte der Kneipentour der Jazztage 2013 gesorgt. Nicht minder glanzvoll war aber auch das Abschlusskonzert mit dem 63-Jährigen in der Christuskirche. Besser, jazziger hätten die 23. Dürener Jazztage am Sonntagabend nicht enden können.

Freeman, der mit seiner Band „Guataca auftrat, gilt als erster experimentelle Jazzer seiner Generation und verzauberte seine begeisterten Fans mit feinsten lateinamerikanischen Rhythmen. Der Bandleader und Komponist lebt den Jazz. Er folgt der Idee, neue Ausdrucksformen zu finden, gleichzeitig aber Ursprung und Tradition der Musik niemals aus dem Blickwinkel zu verlieren, par excellence. Gemeinsam mit seiner Band genossen die Zuschauer in der Christuskirche einen absolut vielschichtigen Sound. Der Vollblut-Musiker begeisterte als Solist genauso wie als Bandmitglied und verblüffte mit technisch perfekten Soli sowie einer großen Musikalität und Spielfreude.

Spielfreude ist überhaupt das richtige Stichwort, wenn man die Jazztage 2013 mit nur einem Begriff treffend beschreiben möchte. Spielfreude haben alle Musiker der rund 30 Bands ohne Ende versprüht. Kein Wunder, dass das Publikum begeistert mitfeierte und tanzte – fast hatte man den Eindruck, ganz Düren sei in Jazzlaune. Rund 1000 feierten beim Stadtwerke-Abend am Samstag mit der Dürener Big Band „Lucifer‘s Delicious“, die die großartige Sängerin Ina Hagenau als Gast präsentierte.

Deutlich mehr wurden es später beim Konzert der US-amerikanischen Sängerin Carleen Anderson. Anderson faszinierte mit einer warmen, ausdrucksstarken Stimme, die gleichermaßen laute und leise, tiefe und hohe, fröhliche und melancholische Nuancen beherrschte. In Düren präsentierte sie gecoverte Popsongs und Jazzstandards, manchmal auch Gospels. Immer sang Anderson intensiv und gefühlvoll. Ihre Musik ging einfach total unter die Haut, machte nachdenklich, dann wieder gut gelaunt. Das Konzert der dreiköpfigen Band war unbedingt ein Konzert zum Zuhören, Andersons Musik eignete sich überhaupt nicht als „Hintergrundgeplänkel“, was leider nicht alle Jazztage-Besucher so gesehen haben.

„Düren ist zum Anziehungspunkt für Jazzfreunde aus der Region geworden“, freute sich Bernd Ohlemeyer vom Dürener Jazzclub über die gute Resonanz auf die Veranstaltung mit einem Gesamtetat von etwa 120 000 Euro. „Und auch bei den Musikern genießt unsere Veranstaltung einen guten Ruf.“ Vielleicht beteiligten sich auch deshalb so viele Gaststätten wie nie an der legendären Kneipentour – in 16 Lokalen in der City gab es alle Facetten des Jazz. Schön auch, dass Dürens historische Kirmes auf dem Vorplatz des Leopold-Hoesch-Museums in die Jazztage miteinbezogen wurde. Auf der Bühne des „Moulin Rouge“ , wo sonst „Ilonka, das Mädchen ohne Kopf“ zu finden ist, spielte am Samstag die „Orioxy Band“ aus der Schweiz und Sonntagmittag „Balkanova“. Die Gruppe um die bulgarische Sängerin Viktoria Lasaroff interpretierte Volkslieder auf besondere Art, nämlich mit jazzigen Harmonien und rasanten Rhythmen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert