1900 Brötchen und 41 Pakete Gouda

Von: Sarah Maria Berners
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149 Schwarzzelte prägen das Bild auf dem Zeltplatz Finkenheide. 700 Jugendliche aus ganz Deutschland leben dort beim 21. Bundeslager der Deutschen Waldjugend. Foto: Sarah Maria Berners

Kleinhau/Winden. 700 Kinder und Jugendliche haben ihre Jurten und Kothen auf dem Zeltplatz Finkenheide aufgebaut. 149 Schwarzzelte prägen das Bild auf dem Platz, Fahnenmaste ragen in die Höhe, es riecht nach Lagerfeuer. Im Schatten haben es sich einige Jugendliche gemütlich gemacht, ein paar Meter weiter spielen kleine Kinder mit einer Seifenblasenmaschine, andere musizieren am „Flaschenxylofon“ und eine Gruppe hat sich auf den Weg in das Museum „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“ gemacht.

Alle drei Jahre treffen sich die Gruppen der Deutschen Waldjugend zum Bundeslager. Der Würselener Daniel Gilliam ist in der Bundesleitung aktiv und hat das Treffen in diesem Jahr zu dem Ort geholt, an den er viele schöne Kindheitserinnerungen hat. Aus dem ganzen Land sind Kinder zum Bundeslager der Deutschen Waldjugend gekommen, 180 Gruppen kommen aus NRW. Auch 20 Kinder und Jugendliche der Windener Waldjugend sind dabei.

Eine Woche lang aufgebaut

Bis es so weit war, hatte das 40 Personen starke Vorbereitungsteam alle Hände voll zu tun. „Eine Woche lang haben wir hier aufgebaut“, erklärt Daniel Gilliam. Die Schlaf- und Kochzelte haben die Gruppen allerdings alle selbst aufgebaut. „Eigentlich dauert das nur 20 Minuten“, sagt Christof Schmitz (13) aus Winden. „Aber wir haben dann doch deutlich länger gebraucht.“ Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister.

„So ein Lager macht einfach Spaß“, sagt Lennox Fröhlich. „Wir haben schon einige spannende Dinge über Pflanzen gelernt, und abends singen wir immer am Lagerfeuer.“ Das Bundeslager der Waldjugend ähnelt in vielen Dingen anderen Zeltlagern. Es gibt etliche Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Jede Gruppe ist verpflichtet, sich Angebote auszudenken.

Bei der Waldjugend steht neben dem spaßigen Lagerleben auch der Naturschutz im Fokus. Deswegen haben die Kinder herausgefunden, wie viel CO2 bei ihrer Anreise in die Atmosphäre gelangt ist – und sie sind aktiv geworden, um diesen CO2-Fußabdruck wieder auszugleichen. Sie haben zum Beispiel dem Regionalforstamt bei einer Naturschutzmaßnahme geholfen und sind anderenorts an einer im Sturm Kyrill zerstörten Fläche aktiv geworden.

24 Wassermelonen

Wer so viel erlebt, ist hungrig. In einer Küche werden den ganzen Tag über eifrig Kuchen für das „Café Klön“ gebacken. Die Marketenderei, die für den Wareneinkauf zuständig ist, hat alle Hände voll zu tun. 35 Gruppen bestellen dort pro Tag ihre Waren.

1900 Brötchen haben sie an einem Tag bestellt, an einem anderen waren es 41 Päckchen Gouda, 20 Paletten Eier, 20 Kilo Tomaten und 24 Wassermelonen. Es ist ein stressiger Job im Betreuer-Team, aber alle machen ihn gerne – und alle, die man fragt, treibt die gleiche Motivation an. „Als Pimpf und Jugendlicher hat mir die Waldjugend viel gegeben. Ich hab dort immer viel Spaß gehabt“, sagt Roman Schotten aus Winden. „Und ich möchte gerne etwas zurückgeben, auch wenn man hier manchmal an seine Grenzen stößt.“ An die Grenzen stößt auch die Kapazität des Zeltplatzes. Daher wurden Dixi-Klos und zusätzliche Waschgelegenheiten aufgebaut.

Alkohol ist auf dem Platz übrigens absolut Tabu: „Wer erwischt wird, fährt sofort nach Hause“, sagt Bundesleiter Daniel Gilliam.

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