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150 Euro Krankenhaus-Gebühr? „Im Notfall helfen wir immer”

Von: bugi
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In der Notaufnahme eines Krank
In der Notaufnahme eines Krankenhauses melden sich auch Patienten, die über keine Krankenversicherung verfügen. Ein Patienten-Brief im Krankenhaus Düren, in dem vor einer Behandlung eine Gebühr von 150 Euro verlangt wird, sorgt für Missverständnisse. Foto: imago

Düren. Im Kreis Düren häufen sich offenbar Fälle, in denen Patienten, die nicht krankenversichert sind, dennoch medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Im Krankenhaus Düren hat man deshalb eine erste Konsequenz gezogen: In einem Informationsblatt werden die Patienten unter anderem darüber aufgeklärt, dass sie „ohne gültige Krankenversicherung vor der Behandlung eine Gebühr von 150 Euro bezahlen” müssen.

Der Flyer liegt allerdings ausgerechnet in der Notaufnahme aus und erweckt den Eindruck, als ob ohne die Vorab-Gebühr bestimmte Patienten im Notfall nicht behandelt würden.

Ein falscher Eindruck. „Selbstverständlich wird im Krankenhaus Düren ausnahmslos allen Patienten im Notfall geholfen”, stellt Christoph Lammertz, Leiter der Unternehmenskommunikation, klar: „Das ist schließlich unser Auftrag.”

Gedacht war das Schreiben auch eher für Patienten, die die Notaufnahme als Notfallpraxis nutzen und oftmals zum Beispiel gar nicht wissen, dass sie dort dann auch eine Praxisgebühr entrichten müssen. Auch darüber klärt der Patienten-Brief nämlich auf.

Bei Patienten ohne Krankenversicherung handelt es sich in der Regel um ausländische Patienten, zum Beispiel auf der Durchreise, die keine Auslandskrankenversicherung haben. Aber auch um Obdachlose und Selbstständige, die mit ihren Beitragszahlungen im Rückstand sind. Allein die AOK Düren betreut 258 dieser Patienten, die nur mit einem geringen Beitrag versichert sind, der lediglich einen Mindestschutz garantiert, wie Hans Pomplun, stellvertretender Regionaldirekter der AOK Düren, erklärt.

Viele von ihnen haben sich vorher in der Notaufnahme behandeln lassen. Lammertz: „Dann greifen bei uns Mechanismen, die dazu führen, dass diese Patienten wieder in der Krankenversicherung aufgenommen werden.” In anderen Fällen, wie zum Beispiel bei Obdachlosen, habe man auch entsprechende Verfahren entwickelt, ihnen natürlich kostenfrei helfen zu können.

Auch Dr. Wolfgang Deiters, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Düren, kennt das Grundproblem aus eigener Erfahrung: „Ich habe jede Woche mindestens einen Patienten ohne Krankenversicherung. Wenn der Patient mir das vorher sagt, verzichte ich auch auf mein Honorar. Aber natürlich möchte ich auch nicht auf Kosten für zum Beispiel Medikamente sitzen bleiben.”

Deiters zeigt deshalb auch Verständnis für den Brief des Krankenhauses an die Patienten, „auch wenn das vielleicht keine geschickte Formulierung ist”. An der will man im Krankenhaus nun feilen, verspricht Lammertz: „Sollte es da zu Missverständnissen gekommen sein, bedauern wir dies.”
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