120 bunte Bekenntnisse gegen rechtsextreme Agitation

Von: Andreas Bongartz
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Gemeinsam gegen Rechts: Mit Kreativität haben sich Dürener Jugendliche beim Plakatwettbewerb des Bündnisses gegen Rechts engagiert. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Das Signal ist deutlich ausgefallen und vor allem ist es bunt geworden: Das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt hatte unter dem Motto „Du hast die Wahl - Dürener Schüler für Toleranz und Menschlichkeit” Schulen zu einem Plakatwettbewerb aufgerufen, und alle Schulen aus dem Stadtgebiet waren dem Aufruf gefolgt.

Am Ende der Aktion standen 120 Plakate, 120 bunte Bekenntnisse für Toleranz und gegen rechtsextreme Agitation. Die Entwürfe der Jugendlichen der Klassen neun bis 13 wurden jetzt im Foyer des Rathauses präsentiert.

Im Rahmen der Ausstellung wurden auch die besten Plakate prämiert. Plakativ und drastisch sind die Entwürfe geworden, die von der Jury für die drei ersten Plätze benannt wurden: Da beschmutzt eine Friedenstaube ein Hakenkreuz, ein Verkehrsschild gibt zu verstehen: „Rechtsweg ausgeschlossen” und Rotkäppchen steht an einer Kreuzung vor der Entscheidung, den richtigen Weg einzuschlagen. Mit 200, 150 und 100 Euro wurden diese Plakate ausgezeichnet.

Preise gab es aber für alle Teilnehmer, Sponsoren haben dafür gesorgt, dass insgesamt 1480 Euro unter den teilnehmenden Schulen verteilt werden konnten. „Wir haben hier so viele Plakate, eines schöner als das andere”, meinte denn auch Kerstin Stremmel, die als Jurymitglied die prämierten Arbeiten ausgewählt hat.

Schließlich war der Weg das Ziel, wie Gunter Derichs, Bündnissprecher des Arbeitskreises Aktion und Information, sagt: „Über die Wirkung des Wettbewerbs kann man spekulieren, wichtig war uns vor allem, dass sich die Schüler mit dem Thema beschäftigen.”

Vor allem im Zeichen des bevorstehenden Wahlmarathons: „Wichtig ist, dass die 16-Jährigen zur Wahl gehen und richtig wählen”, meint Derichs. Geht man nach den Plakaten dürfte eine mögliche Wahlentscheidung der Jugendlichen jedoch klar sein: „Bunt statt Braun” liest man da immer wieder. Da hatte selbst der scharfzüngige Kölner Kabarettist Wilfried Schmickler, ebenfalls Teil der Jury, nicht mehr viel hinzuzufügen: „Ich weiß gar nicht, was ich da noch sagen soll.

Ganz einzigartig und toll ist diese Sache hier.” Ganz so knapp fasste sich Schmickler natürlich nicht und machte seinem Ruf als Dampfplauderer alle Ehre: „Ich habe hier diesen alten Lappen mitgebracht”, sagte er mit Blick auf eine Deutschlandflagge. Als die Trikolore 1848 als Flagge festgelegt worden sei, sei es um Meinungs- und Versammlungsfreiheit gegangen, etwas, was rechtsextreme Gruppierungen außen vor lassen würden. Meinungsfreiheit und Toleranz - diese Ideale werden von Dürener Jugendlichen groß geschrieben, wie die Ausstellung die im Rathaus noch bis zum 6. Februar zu sehen ist, eindrucksvoll beweist.
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