100 Haushalte im Hochhaus sind zurzeit ohne Heizung

Von: Dietmar Engels
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Im Hochhaus an der Bismarckstr
Im Hochhaus an der Bismarckstraße müssen derzeit viele Bewohner frieren. Foto: Dietmar Engels

Düren. Die kalte Jahreszeit beginnt und die rund 300 Menschen im Hochhaus an der Bismarckstraße sind ohne Heizung. Auch sind von den fünf Aufzügen in dem Gebäude drei defekt. Es wird nach Lösungen gesucht. Das ist schwierig, weil der Haupteigentümer zahlungsunfähig ist.

Seit kurzem steht das Hochhaus mit seinen 101 Wohneinheiten deshalb unter Zwangsverwaltung.

Die Heizung in dem Gebäude ist marode - nach Auffassung von Jürgen Friedt, Vorsitzender des Mieterbeirates, so marode, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist. Kostenpunkt: mindestens 100.000 Euro. Rechtsanwalt Georg Hamm, der vom Amtsgericht Düren zum Zwangsverwalter bestellt wurde, sieht nicht so schwarz: „Ein Gutachten eines Fachunternehmens hat ergeben, dass die Heizungsanlage sehr wohl noch so zu reparieren ist, dass sie zumindest den kommenden Winter noch übersteht.” So oder so: Es fehlt am Geld.

Die rund 80 Mieter haben ihre Miete und die Energiekosten immer beglichen. „Der Haupteigentümer hat aber seine Rechnungen nicht beglichen. Deshalb steht er allein bei den Stadtwerken mit einem sechsstelligen Betrag in der Kreide”, erläutert Jürgen Friedt. Die Stadtwerke bestätigen das: „Wir haben es hier mit Außenständen im sechsstelligen Bereich zu tun”, so Jürgen Schulz, Pressesprecher des Dürener Energieversorgungsunternehmens. Deshalb seien die Erdgaslieferungen im Herbst letzten Jahres vorübergehend eingestellt worden.

Ende April hat die Hausverwaltung einen Vertrag mit einem anderen Versorger abgeschlossen. Der hat aber im September wieder gekündigt, weil er offenbar ebenfalls nicht die vereinbarten Zahlungen erhalten hat. So kommt es, dass jetzt überhaupt kein Erdgas im Hochhaus zur Verfügung steht. Die Mieter und die rund 20 Besitzer von Eigentumswohnungen in dem Gebäude mussten also improvisieren. Viele schafften sich Radiatoren an, die mit Strom betrieben werden. Das hat auch der Vorsitzende des Mieterbeirates gemacht. Friedt hat drei solcher Geräte in seiner Wohnung - „damit wir nicht frieren müssen.” Auf Dauer ist das eine kostspielige Sache. Die Radiatoren treiben die Stromkosten in die Höhe - um über 200 Euro im Monat.

Nach einer Eigentümerversammlung am Montagabend sieht der Zwangsverwalter einen Hoffnungsschimmer. Es sei eine neue Hausverwaltungsgesellschaft verpflichtet worden. „Ich hoffe sehr, dass wir zeitnah eine befriedigende Lösung finden werden”, sagte Georg Hamm am Dienstag. Freilich müssten die Mieter mitspielen, damit es schnell gehe. Hamm: „Ich hoffe sehr, dass viele Mieter die bisherige Mietminderung für begrenzte Zeit ganz oder teilweise zurück nehmen. Die Konten sind leer. Wir brauchen dringend Geld für die nötigen Reparaturen.”
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