Jansen-Teitz und de Jong mit wilder Aufholjagd
Von Guido Jansen
Das Seitenwagen-Gespann drehte vor 6500 Zuschauern beim Flutlicht-Motocross-Rennen eine ganz besondere Extra-Runde. Sie endete im kleinen Zelt auf dem Brandenberger Hang. Dort standen Freunde und Fans. Es begann das Händeschütteln und Schulterklopfen. «Jonge, datt hadder joht jemaaht», lobte Routinier Gerd Blatter die beiden jungen Fahrer.
Der Sieg der beiden Lokalmatadore war Abschluss und Höhepunkt der 20. Auflage des Flutlicht-Cross-Rennens. Sie starteten in der Klasse für Fahrer, die jünger als 55 Jahre sind und waren auf dem Gespann von Gerd Blatter unterwegs. Letzter hatte mit seinem Gefährt Marke Eigenbau allerdings selbst jede Menge Pech. Mit Partner Jens Pflug war er in der Klasse ab 55 Jahre in beiden Wertungsläufen liegen geblieben. Spannend war das Duell des Niederländers Mart de Jong mit MSC-Fahrer Frank Jansen-Teitz, Europameister in der offenen internationalen Solo-Klasse. Im ersten Wertungslauf lagen die beiden hohen Favoriten zunächst weit hinten. Die Maschine von Jansen-Teitz sprang beim Start nicht sofort an, de Jong war gestürzt. Die beiden rollten das Feld von hinten auf, de Jong fuhr von Platz 15 bis auf den ersten Rang. Und Jansen-Teitz schaffte es immerhin noch von 20 auf zwei. Trotz der Aufholjagd hatte der Niederländer noch Zeit für Kunststücke auf seiner Maschine. Im zweiten Wertungslauf lieferten sich die beiden Fahrer erneut ein Kopf an Kopf-Rennen, das der Niederländer knapp gewinnen konnte. Erfreulich aus Kleinhauer Sicht: Mit Kevin Braun fuhr ein junges Talent des Vereins auf Platz drei. Frank Jansen-Teitz, der für Grevenbroich startet, aber Mitglied im Kleinhauer Förderverein ist, schwärmte nach der Siegerehrung. «Diese Veranstaltung hier ist einfach großartig. Die Strecke ist nicht ohne. Entweder man liebt sie, oder man hasst sie.» Was der Europameister von der Naturstrecke zwischen Kleinhau und Brandenberg hält, ist schnell beantwortet. «Sie ist mein Wohnzimmer.» Das Fahrerlager war voll mit Aktiven aus Holland, Belgien, Frankreich oder England. «Ich bin schon oft hier gewesen», sagte Paul Morris aus Süd-England. Selbst die zehnstündige Anreise hältihn nicht ab: «Das Rennen ist jede Meile wert.» Denn nicht nur schnelle Fahrer machen den Reiz des Flutlicht-Rennens aus. Es sind die vielen alten Motorräder der Marke Rickman, Wasp oder Maico, die mit vollem Klang über die Strecke knattern. Oder der Belgier Rick Smeijers, der 77 Lenze zählt und trotzdem Vollgas gibt. Als der älteste Teilnehmer geehrt wurde, schallte der Duran Duran-Hit Wild Boys aus den Lautsprechern. Wilde Jungs - im Fall von Smeijers besonders wild.
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