Surfen im Netz bald mit Hochgeschwindigkeit

(oha) 05.05.2010, 19:04

Düren. Ein weiterer «weißer Fleck» in der Versorgung mit schnellem Internet verschwindet von der Landkarte. Am Mittwoch wurde in Echtz ein neuartiger Schaltverteiler vorgestellt, der rund 1000 Haushalte mit dem Breitbandnetz verbinden soll.


Der Schaltkasten ist bislang bundesweit einzigartig. Betrieben von der Dürener SOCO Network Solutions GmbH und der Telekom gemeinsam. Das Prinzip: Internetsignale lassen sich nicht per Kupferkabel über lange Strecken transportieren, ohne dass sie immer schwächer werden.

Bis das Signal vom Hauptverteiler in Birkesdorf in Echtz ankam, hatte es viel seiner Stärke verloren. Die Bewohner von Echtz mussten sich deshalb bislang mit einer sehr schleppenden Internetverbindung abfinden. SOCO network hat nun ein Glasfaserkabel bis zum Schaltkasten in Echtz im Boden verlegt.

Von dort wird das DSL-Signal zu einem «Partner»-Schaltkasten der Telekom gleich nebenan übermittelt, der es dann die wenigen Meter bis zum Haus wieder per Kupferleitung verschickt. Durch diesen technischen Kompromiss wurden ein erheblicher Aufwand (man musste nicht alle Straßen im Ort aufreißen) und Kosten gespart.

Fast fertig

Ende des Monats soll die Technik betriebsbereit sein. Für die Bürger in Echtz bedeutet dies, dass sie auf Internetgeschwindigkeiten von 8000 bis 16.000 KBits zugreifen können. Stephan Fuß, geschäftsführender Gesellschafter von SOCO, verwies darauf, dass sein Unternehmen das Projekt ganz ohne finanzielle Hilfen aus dem Konjunkturpaket umgesetzt habe.

«Wir sind froh, dass hier etwas passiert», betonte Marcus Weinkopf, Leiter der Netzcodierung der Telekom. Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, zeigte sich erfreut. Damit der Breitbandausbau in ländlichen Gebieten schneller voran komme, habe die Agentur Pauschalentgelte und einen Mustervertrag zwischen den beteiligten Unternehmen für die Aufstellung weiterer Schaltverteiler geplant.

Kurth: «Wir hoffen jetzt, dass viele Bürger in Echtz die neue Technik auch nutzen.» Da zeigte sich Dürens Kämmerer Harald Sievers durchaus zuversichtlich: «Der weiße Fleck verschwindet.»