Aachen - Zwerge an der Hochschule: Kita-Kinder begeben sich ans Experimentieren

Zwerge an der Hochschule: Kita-Kinder begeben sich ans Experimentieren

Von: Martina Stöhr
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Gut festhalten und vorsichtig gießen: Die Vorschulkinder der Kita Mittendrin experimentieren im RWTH-Institut für Siedlungswasserwirtschaft mit Filtermethoden. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Wie wird das Wasser schmutzig? Und wie bekommen wir den Dreck wieder raus? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Vorschulkinder der Kita Mittendrin in der Goerdelerstraße - und sind hierfür eigens ins Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen gekommen.

Was eine Universität ist, davon haben sie mehr oder weniger grobe Vorstellungen: „So was wie eine Schule”, meinen sie und setzen sich brav an die viel zu großen Tische. Für die Ingenieurinnen des Instituts ist der Besuch der „Zwerge” eine wahre Herausforderung. „Aber wir konnten uns ja in Ruhe auf die Kinder vorbereiten”, erklärt Diplom-Ingenieurin Wibke Everding, die die kleinen Besucher gemeinsam mit zwei Kolleginnen in Empfang nimmt.

Das Hochschulteam hat sich genau überlegt, wie es die Kinder für ihre Wissenschaft begeistern kann. Und als es schließlich daran geht, das Gelernte in Experimenten selber auszuprobieren, sind die Jungen und Mädchen mit Begeisterung bei der Sache.

Aufmerksam folgt die kleine Lina den Erklärungen und freut sich, wenn sie etwas mischen und rühren darf. Denn da gilt es zunächst, das Wasser zu verschmutzen: Mit Spülmittel, Pfeffer und Sonnenblumenkernen. „So, das kann man jetzt nicht mehr trinken”, erklärt Annabelle Kalähne, studentische Hilfskraft. Sie zeigt den Kindern, wie man das Wasser mit unterschiedlichen Filtermethoden wieder sauber bekommt.

„Die Kinder sind begeistert”, sagt Daniela Bejan, Erzieherin in der AWO-Kita Mittendrin. Die Kooperation der RWTH mit der Kita sei eine wunderbare Sache. „Die Kinder schwärmen noch wochenlang von ihrem Besuch in der Uni”, erzählt sie. Und genau darum geht es. Die Kinder sollen Schwellenängste abbauen und ihren Horizont erweitern.

Der Kita Mittendrin geht es dabei vor allem auch darum, Kinder an unterschiedliche Berufe heranzuführen und ihnen zu zeigen, welche Möglichkeiten es gibt. „Sie verstehen so viel besser, wofür sie lernen müssen und warum ein guter Schulabschluss so wichtig ist”, meint Daniela Bejan. Vor allem für Kinder aus „bildungsfernen” Familien sei das wichtig. Und deshalb sind auch die Eltern bei diesen Kurzbesuchen in der Uni willkommen.

Ein dickes Lob richtet Bejan an die Ingenieurinnen der Uni: „Sie haben das ganz toll vorbereitet und alles so dargestellt, dass es auch die Kinder verstehen können.” Ingenieurin Inken Tintemann ist für die Organisation verantwortlich und immer auf der Suche nach Instituten, die zu einer Mitarbeit bereit sind. „Es wäre schön, wenn diese Unibesuche regelmäßig auch für andere Kitas angeboten würden”, sagt sie.

Denn: Kindern schon im Vorschulalter Visionen zu geben und ihnen Optionen für ihre eigene Zukunft aufzuzeigen, werde immer wichtiger. Schließlich würden die Weichen für das spätere Leben schon in der Grundschule gestellt. Und wer schon früh Perspektiven entwickle und mit Begeisterung lerne, sei klar im Vorteil.
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