Aachen - Zweiter Band der Reihe „Das Aachener Rathaus“

Zweiter Band der Reihe „Das Aachener Rathaus“

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Vorstellung im Weißen Saal: Björn Schötten (Geymüller-Verlag), Oberbürgermeister Marcel Philipp und Autor Georg Helg (v.r.) präsentieren das neue Buch über das Rathaus an Ort und Stelle. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Suche nach geeigneten Text- und Bildquellen war laut Georg K. Helg das eigentlich Spannende beim Erstellen des zweiten Bandes der Reihe „Das Aachener Rathaus“. Über die Zeit des Barock und Rokoko fand er vor allem viel Bildmaterial, und das habe der Gey­müller-Verlag wunderbar in Szene gesetzt, sagte er, als das Buch jetzt im Weißen Saal offiziell vorgestellt wurde.

„Das Rathaus hat aus jedem Jahrhundert etwas zu erzählen“, meinte Oberbürgermeister Marcel Philipp eingangs und freute sich über ein Buch, das dabei helfe, Barock und Regotisierung des Rathauses besser zu erkennen. Während der Phase der Barockisierung ab 1727 wurden große Teile des Rathauses neu gestaltet. An der Fassade ist davon laut Helg nichts mehr zu sehen.

Sie wurde im 19. Jahrhundert vollständig regotisiert. Aber in den Innenräumen gibt es noch erkennbare Spuren aus dem Barock, der später als „französisch und verkommen“ galt, so Helg. Im Innern des Rathauses sei man bei seiner Entfernung aber sehr viel vorsichtiger gewesen.

„Diese Zeit wurde noch nie so richtig aufgearbeitet“, meinte Philipp und sieht gerade auch in dem zweiten Buch der dreibändigen Reihe einen willkommenen Beitrag zur Geschichte des Rathauses.

Georg Helg hat an seinem Band vier Jahre lang gearbeitet, viel länger als geplant also. „Vom Barock gibt es fast nichts Schriftliches“, sagte er, aber die Spurensuche, die er als spannende Zeitreise beschreibt, war offensichtlich dennoch sehr erfolgreich. Und entstanden ist ein Buch, das laut Philipp schon äußerlich sehr ansprechend ist.

Der Verlag beschreibt das insgesamt dreibändige Werk über das Aachener Rathaus „als Zeugnis europäischer Geschichte“. Hervorgegangen aus der Königshalle Karls des Großen erlebte das Aachener Rathaus verschiedene Phasen des Aufschwungs und des Niedergangs, die jeweils eng mit deutschen und europäischen Schlüsselereignissen verknüpft sind.

Der erste Band von Judith Jey beleuchtet die Geschichte „von der karolingischen Königshalle zum spätmittelalterlichen Krönungspalast“. Dass nun der zweite Band vor dem ersten erschienen ist, ist laut Verlag allein der Tatsache geschuldet, dass der zweite Band eher fertig war. In dem dritten Band untersucht Marc Wietheger „die denkmalpflegerischen Konzeptionen des 19. und 20. Jahrhunderts“. Damit wäre die Reihe dann komplett.

Georg K. Helg ist mit dem Ergebnis seines Beitrages mehr als zufrieden, auch wenn die Veröffentlichung sich immer wieder verzögert habe, weil es noch neue Spuren zu berücksichtigen galt. Nach seinen eigenen Worten hat er sich als „Quereinsteiger“ ohne wissenschaftliche Ausbildung an die Arbeit gemacht und hat dabei laut Verlag eine Bauphase ins rechte Licht gerückt, die bis dato eher unterschätzt wurde.

 

Georg K. Helg, Ein Bauwerk als Zeugnis europäischer Geschichte. Das Aachener Rathaus, Band 2: Die repräsentative Umgestaltung im Barock und Rokoko. 276 Seiten mit circa 300 meist farbigen Abbildungen und Plänen. Geymüller-Verlag für Architektur, ISBN 978-3-9343164-19-0, 59 Euro.

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