Freizeittipps Freisteller

Zwei Würfel im Grünen für Wissenschaftler

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
5102868.jpg
Das Grün fehlt noch: An der Kopernikusstraße entstehen auf dem Gelände des ehemaligen Verfügungszentrums neue Gebäude für RWTH-Institute. Sie werden von einer großen Freifläche umgeben. Foto: Harald Krömer
5102864.jpg
Mit vereinten Kräften: Ernst Schmachtenberg, Hilde Scheidt, Ute Willems, Rudolf Mathar und Gerhardt Wittfeld (v. l.) beim ersten Spatenstich.

Aachen. Dieser Bau erklärt sich quasi selbst: Er soll künftig sechs RWTH-Institute für Informations- und Kommunikationstechnik in zwei „Würfeln“ beherbergen. Und weil moderne Menschen natürlich englisch sprechen, muss es also „Information and Communications Technologies“ – kurz: ICT – heißen, aus den Würfeln werden „Cubes“.

Die korrekte Aussprache „Eissitih-Kjubs“ können die Öcher noch ein Weilchen üben: Erst Ende nächsten Jahres werden die Kommunikationswürfel an der Kopernikusstraße bezugsfertig sein.

Am Montag wurden zunächst einmal die symbolischen Erdarbeiten erledigt. Beim ersten Spatenstich würdigte Ute Willems, die stellvertretenden Leiterin der Aachener Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) das Vorhaben als „ein Stück modernste Infrastruktur für diese zukunftsorientierten Forschungsgebiete“.

20 Millionen Euro verbaut der BLB an der Stelle, wo noch vor einem Jahr das Allgemeine Verfügungszentrum (AVZ) der RWTH gestanden hatte. Das als „PCB-Schleuder“ in Verruf geratene Gebäude wurde abgerissen.

In den beiden Würfeln, die über eine gläseren Brücke miteinander verbunden werden, haben sechs Institute der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik rund 9000 Quadratmeter Platz. Drumherum bleibt Platz für eine große Freifläche, die nach Ansicht von Ute Willems bestimmt „gerne angenommen wird“ von Studenten und Mitarbeitern.

Die Pläne stammen vom Aachener Büro kadawittfeldarchitektur, „Eine tolle Architektur“, lobte RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg, und auch Prof. Rudolf Mathar, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, bescheinigt den Planern, sie hätten ihren Job „perfekt“ erledigt. Der Rektor schwärmt zudem von der optimalen Lage der Würfel zwischen Innenstadt und Klinikum. Die Informatiker residierten „nur einen Steinwurf entfernt“, erklärte Dekan Mathar.

Rektor Schmachtenberg rührte bei dieser Gelegenheit noch einmal die Werbetrommel für die Campusbahn. „Wir erzeugen hier viel Verkehr“, so Schmachtenberg. alleine mehr als 500 Arbeitsplätze würden in den Würfeln untergebracht. Da sei es kaum sinnvoll, wenn alle mit dem Auto anreisen würden.

„Lesbare“ Fassade

Überhaupt lasse die Hochschule die Stadt wachsen, meinte Bürgermeisterin Hilde Scheidt. Zudem wirke sie verjüngend, weil 40 000 Studenten natürlich auch das Leben in Aachen prägten.

Die Würfel im Park hat die Fakultät selbst mitgeprägt: Die Fassade wird mit Lamellen gestaltet, und für diese Lamellen haben die Aachener Informations- und Kommunikationstechniker Aussagen berühmter Wissenschaftler ihres Fachgebietes in einem digitalen Zahlencode übersetzt. Dieser Code – bestehend aus den Ziffern 0, 1 und 2 – steht jeweils für einen von drei Lamellentypen.

„Man wird in der Fassade lesen können“, versprach Dekan Mathar. So soll der Sonnenschutz etwa einen Satz des Kodierungstheoretikers Richardf Wesley Hamming verkünden. Der hatte die Erkenntnis formuliert: „Es ist besser, das richtige Problem falsch zu behandeln als das falsche Problem richtig.“

Dabei passt dieser Satz eigentlich gar nicht richtig zu den Kommunikationswürfeln, wenn man der Logik des Dekans folgt. Mit dem Bau wurde nach Ansicht von Prof. Rudolf Mathar das richtige Problem auf die richtige Art und Weise angepackt.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert