Aachen - Zwei Vereine wollen das „Franz” retten

Zwei Vereine wollen das „Franz” retten

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Zwei Initiativen, ein Ziel: Rettung des „Franz”: Darauf stoßen Ina Biermann (links), Manfred König und Katja Kamps an. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Ob das „Franz” nach seiner Sommerpause wieder öffnet, war lange ungewiss. Nachdem Geschäftsführer Thomas Jurisch für seine „Franz Gastronomiebetriebe KG” nach anhaltenden finanziellen Problemen Insolvenz angemeldet hatte, wären die Türen des Kleinkunstforums am Marschiertor beinahe auf unbestimmte Zeit geschlossen geblieben. Doch zwei Vereine erhalten die beliebte Veranstaltungsstätte.

Der gemeinnützige Förderverein „Freunde vom Franz” ist nun Pächter der zuletzt 2008 aufwendig renovierten Räume. Der Verein „Sissi” betreibt die Gastronomie. „Wir haben die Vereine gegründet, weil wir alle sehr an der Veranstaltungsstätte hängen und die Bühne erhalten wollen”, erklärt Katja Kamps, Vorsitzende des Fördervereins. Doch der Schritt vom Gefühl, dass man das „Franz” erhalten muss, bis zur Gründung der Vereine war für die 14 Gründungsmitglieder gewaltig. „Wir haben hin und her überlegt, in welcher Form das überhaupt finanzierbar ist”, erklärt Kamps´ Vize Ina Biermann.

Die Vereinsmitglieder - bis vor kurzem waren sie noch Künstler, Gäste oder Mitarbeiter des „Franz” - stellen nun ehrenamtlich das Programm für die Bühne auf die Beine. „Früher mussten die Pächter ja ihren Lebensunterhalt daraus bestreiten. Wenn der Gastronomiebetrieb nun einen Gewinn macht, muss er ihn an den Förderverein spenden”, erklärt Biermann. So glauben die frischgebackenen Betreiber an die Finanzierbarkeit ihres Kunstzentrums.

Kurz nach den Vereinsgründungen am 9. September standen schon die ersten Termine auf dem Plan. „Wenige Tage danach haben wir schon die ersten Veranstaltungen durchgeführt - die standen auf ziemlich wackligen Beinen”, erklärt Biermann. Doch letztlich hat alles geklappt.

Kabarett und Comedy

Wer die Räumlichkeiten noch von früher kennt, wird sie heute wohl kaum wiedererkennen. Wo einst Vereine ein Zuhause hatten, wird nun auf Musik und anspruchsvolle Unterhaltung gesetzt. Mit dem Programm knüpfen die „Franz”-Betreiber an die vergangenen beiden Jahre an: Schwerpunkte liegen auf Kabarett und Comedy. Die Aachener Big Band wird regelmäßig spielen. Zudem stehen DJ-Partys und New-Jazz-Konzerte auf dem Programm. Angesprochen fühlen sollen sich Leute jenseits der 30, die schon ein wenig aus den Disco-Schuhen herausgewachsen sind.

„Wir wollen den Franz-Charme erhalten”, erklärt Manfred König. Und was macht das besondere Flair des „Franz” aus? Kurz ist es still. „Schwer zu beschreiben”, sagt Kamps. Es seien die Musik, die weit weg vom Mainstream ist, und die einladende Stimmung, die das Flair des „Franz” ausmachen. Nach einigen Beschreibungsversuchen sind sich die drei einig: „Die Atmosphäre, die muss man erleben.”

Eröffnung am Samstag

Die offizielle Eröffnung des „Franz” ist am kommenden Samstag, 2. Oktober, um 21 Uhr. In der Franzstraße 74 stehen das Moritz-Schippers-Trio und Ulrike Haller auf der Bühne. Zudem legen die DJs Ute Haupts und „The Pearls” auf. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.

Weitere Höhepunkte der kommenden Wochen sind die Auftritte der Aachener Big Band (4. Oktober), von Natalie Licard (7. Oktober), von Ulrike Haller (9. Oktober) und der Philosophische Salon von WDR5 (26. November). Diese Veranstaltungen beginnen jeweils um 20 Uhr.
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