Zwei Steinfiguren warten auf ihre Reinigung

Von: Nils Heinichen
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Waltrud und Hans-Ludwig Schein
Waltrud und Hans-Ludwig Scheins, Domprobst Helmut Poqué sowie Dombaumeister Helmut Maintz (v.l.) freuen sich, dass fünf der sieben Steinfiguren an der Karls-Hubertus-Kapelle dank Laserverfahren erneuert werden konnten. Zwei Heilige warten noch auf ihre Reiningung. Foto: H. Lachmann

Aachen. Regen, Kälte und Schadstoffe haben ihre Spuren hinterlassen am Aachener Dom. Davon sind unter anderem auch die sieben Steinfiguren an der Karls-Hubertus-Kapelle betroffen. Die metergroßen Heiligenfiguren mussten aufgrund großer Schäden abgenommen werden, um sie vor weiteren Makeln zu schützen.

Wegen des hohen technischen aber auch finanziellen Aufwands musste lange Zeit von einer Reinigung mittels einer Lasertechnik Abstand genommen werden.

Nun sind jedoch bereits fünf der sieben Figuren wieder aufbereitet an ihrem Platz an der Kapelle. „Wir mussten lange warten, um die nötigen Mittel zur Verfügung zu haben. Das Laserverfahren musste erst so weit entwickelt werden, bis es gut und gründlich genug war, damit sich eine Reinigung lohnt”, erläutert Dombaumeister Helmut Maintz. „Das kann dann eben auch schon mal 20 Jahre dauern”, fügt er an.

Jetzt stehen nur noch zwei Figuren aus, die gereinigt werden müssen, bevor das Ensemble auf der Kapelle wieder komplett ist. Einzig die beiden Bischöfe St. Floribert und St. Lambertus warten noch auf ihre Reinigung. „Wir sind sehr froh, dass bald endlich wieder alle Figuren zusammen sind”, sagt Maintz. „Man muss mit dieser Technik aber einfach vorsichtig sein, sonst macht man mehr kaputt, als man repariert”, begründet der Dombaumeister die lang andauernden Reinigungsmaßnahmen.

Möglich wurde das Ganze erst durch großzügige Privatspenden der Lu-Scheins-Stiftung. Die Stiftung, die vor zehn Jahren von Waltraud und Hans-Ludwig Scheins ins Leben gerufen wurde, verfolgt zwei Ziele: die Unterstützung hilfsbedürftiger Kinder und den Erhalt des Aachener Doms. „Es ist unser Anliegen, dass der Dom so bleibt, wie er ist”, sagt Waltrud Scheins. „Deswegen haben wir dem Dom drei Jahre lang Spenden für diese Reinigung zugesichert”, ergänzt sie. Mit den ersten Ergebnissen des Reinigungsverfahrens der ersten fünf Figuren sind Hans-Ludwig und Waltraud Scheins zufrieden. „Das Verfahren wurde lange genug getestet und verbessert. Da haben wir großes Vertrauen”, sagt die Spenderin.

Auch Domprobst Helmut Poqué ist von den bereits überholten Heiligenfiguren angetan. „Die Figuren waren sehr beschädigt und mussten deswegen abgenommen werden. Dank der Lu-Scheins-Stiftung können wir sie nun wieder alle in einem guten Zustand an der Kapelle anbringen”, sagt Poqué.

Angst vor einer schnellen erneuten Verunreinigung der rund 140 Jahre alten Steinfiguren hat man nicht. „Die Schadstoffe, die die Schäden verursacht haben, sind heute in dem Ausmaß nicht mehr vorhanden. Das haben Messungen ergeben”, schildert Helmut Maintz. „Von daher sind wir optimistisch, dass die Figuren nun erst einmal lange sauber bleiben.”

Domprobst Poqué fasst den Grund der Aktion noch einmal treffend zusammen: „Wir wollen den Dom erhalten und ihn so an die nachfolgenden Generationen weitergeben, wie er ursprünglich gedacht war.”
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