Aachen - Zwei Angeklagte unschuldig?

Zwei Angeklagte unschuldig?

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Versuchter Mord und Beihilfe dazu: Ein schwerer Vorwurf, den die Staatsanwaltschaft Aachen drei Angeklagten anlastet, die in der Nacht des 17. Juni gegen 23 Uhr „wahrscheinlich mehr als 14 Schüssen“ auf eine Gruppe, die zum Teil derselben Familie angehören, abfeuerten. Es geschah an der Ecke Metzger- und Feldstraße quasi in Mafia-Manier aus einem fahrenden Auto heraus. Der Wagen wendete sogar, man schoss erneut auf die Gruppe.

Dabei wurden zwei Opfer, so der Staatsanwalt am Donnerstag vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts, mit Streifschüssen an den Waden verletzt, es gab einen Einschuss in ein Autos, Kugeln fanden sich in einer Türe sowie in der Fassade eines Hauses. Am Donnerstag startete der Prozess mit dem Vorsitzenden Richter Hans Wimmer zum zweiten Mal, beim ersten Anlauf hatte man die Anklage noch nicht verlesen können. Während einer der drei schwieg und sich erst am nächsten Verhandlungstag (7. Januar) einlassen will, brachen die zwei Mitangeklagten ihr Schweigen und schilderten ihre eigene Version der Ereignisse.

Um es kurz zu machen: Danach hätten die Ermittler die zwei Falschen erwischt. Denn Christian V. (36) und der mit ihm befreundete Denis S. (24) gaben an, zum Tatzeitpunkt nicht in dem betreffenden Mercedes gesessen zu haben, aus dem wie wild geballert wurde.

Im Gegenteil: Als einer ihrer Freunde des Nachts zurück in die Wohnung kam, in der man sich den ganzen Tag in wechselnder Besetzung aufgehalten hatte, habe jener den schockierenden Satz gesagt „ich habe auf die Bastarde geschossen“. V. sei absolut sprachlos geworden und habe erst im Nachhinein und nach mehreren Telefonaten begriffen, was sich da in der aufgeheizten Stimmung und im Umfeld verschiedener Gruppen in Aachen, die sich seit längerem gegenseitig massiv bedrohen und handgreiflich bekämpften, geschehen war.

Der Angeklagte V. und auch Boxer S. arbeiten beide für eine Aachener Security-Firma, die an verschiedensten Orten zwischen Aachen und Köln unter anderem die „Türen“ diverser Clubs sichert. Vor diesem Hintergrund sei es des Öfteren zu Auseinandersetzung mit sogenannte „Black Jackets“ aus der Rockerszene und auch mit Mitgliedern der im Juni beschossenen Familie gekommen. In dieser Nacht habe sich die Lage dramatisch zugespitzt. Sie seien permanent bedroht worden, berichtete V.. Ihre Kumpel hätten das wohl zum Anlass genommen, die Sache auf ihre Art zu regeln.

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