Zuviel Dreck: Beschwerden häufen sich

Von: Alfred Stoffels
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Die gelben Säcke stellen eh keinen schönen Anblick dar (Bild: Jakobstraße), wenn sie dann noch platzen und der Inhalt rumfliegt, wird es ganz fies. Die Stadt hat nun beschlossen, ihren Einsatz für ein sauberes Aachen zu intensivieren - auch mit ganz neuen Methoden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Viele Aachener haben den Eindruck, ihre Stadt werde immer dreckiger. Zurzeit häufen sich die Beschwerden wieder in einem Ausmaß, dass man im Rathaus dringenden Handlungsbedarf sieht. Oberbürgermeister und Stadtbetrieb wollen jetzt sehr schnell auf die zunehmende Kritik reagieren und zweierlei tun:

Den Bürgern per öffentlicher Kampagne das Thema Sauberkeit noch einmal ganz dringend ans Herz legen, aber auch konkrete Schritte gegen professionelle Müllsammler einleiten, die aus Sicht der Stadt ihrer Aufgabe nur unzureichend nachkommen.

Im Visier hat man dabei in erster Linie die für die Entfernung der gelben Säcke zuständige Privatfirma. Offensichtlich kommt es immer wieder zu Unannehmlichkeiten, wenn die am Straßenrand gestapelten Säcke platzen, mutwillig beschädigt oder vom Winde verweht werden. Nach Beobachtungen der Stadt dauert es bisweilen über Gebühr lange, bis wieder ordentliche Verhältnisse hergestellt sind.

Sauberkeit erzwingen

Dazu Franz Narloch, Leiter des Stadtbetriebs: „Alles reden scheint nicht zu helfen. Wir lassen uns aber diese Verschmutzungen nicht länger gefallen, wir müssen da endlich zu Potte kommen.” Deshalb will man mehr Sauberkeit quasi erzwingen - das Zauberwort heißt „Ersatzvornahme”.

Konkret bedeutet dies, dass die Leute vom Stadtbetrieb auf eigene Faust tätig werden, wenn es ihnen zu bunt wird mit den gelben Säcken - „wir räumen den Dreck dann selbst weg und stellen unsere Kosten anschließend in Rechnung”. Wobei man ganz bewusst das Risiko eingehen will, anschließend beim Verwaltungsgericht zu landen.

Es ist aber beileibe nicht der Inhalt geplatzter Säcke allein, der das Stadtbild malträtiert. Aktueller Dorn im Auge ist dem Experten Narloch zum Beispiel der Mittelstreifen der Krefelder Straße, übersät mit Plastikkrempel aller Art, der ungesicherten Lkw-Containern entfliegt, „die Fahrer decken einfach ihre Ladungen nicht ab”. Und nach manchem Festäng in der Pontstraße, wenn Alemannia auch noch gewonnen hat, sieht es aus wie auf dem Schlachtfeld.

Das städtische Reinigungspersonal ist mittlerweile auch sonntags bis 19 Uhr mit Schaufel und Besen unterwegs, aber bis zum frühen Montagmorgen klafft eben doch eine Lücke beim Schrubben, in deren Verlauf sich der Abfall bisweilen türmt in der Partymeile.

Narloch sagt: Wir tun, was wir können in Aachen. Bewährt habe sich das Zwei-Schicht-System, das werktäglichen Einsatz der städtischen Saubermänner bis 2.30 Uhr bedeute, an Samstagen und Sonntag immerhin bis 19 Uhr (rund um Dom und Rathaus). Dennoch weiß man auch beim Stadtbetrieb: „Subjektiv” wird die Stadt trotz aller Anstrengung oft als schmuddelig empfunden, obwohl die Kehrpläne „zu 99 Prozent” erfüllt würden.

Die Verantwortlichen wollen daher nicht nur auf Ersatzvornahme und das Verteilen öffentlicher Mülleimer mit rotem Deckel setzen, sondern die Bevölkerung ganz gezielt zur Mithilfe am Projekt „Sauberes Aachen” animieren. Narloch: „Jeder Bürger müsste froh sein und es zu seinem Anliegen machen, dass das funktioniert.” Einfachste Form der Beteiligung: anrufen und Schwachstellen melden - und selbst natürlich zu einem anständigen Stadtbild beitragen.

Ohne vernünftige Öffentlichkeitsarbeit läuft laut Narloch allerdings nicht viel, so dass er in diesen Dingen ein durchdachtes Marketing fordert. Mit seinen Leuten will er schon mal anfangen mit der Werbeaktion, etwa durch eindeutige Plakatierung des eigenen Fuhrparks.

Für den Bereich Markt soll sich derweil eine Art Bürgerinitiative gebildet haben, die die ärgsten Auswüchse im Zentrum der Stadt bekämpfen will. Der Chef des Stadtbetriebs: „Wir wären dankbar, wenn man auf uns zukäme, damit es zu einer kooperativen Zusammenarbeit kommt.”
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