Aachen - Zusatzangebote in Kitas sollen kein Kind ausschließen

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Zusatzangebote in Kitas sollen kein Kind ausschließen

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Das kostet extra.” Solche Hinweise sollen Eltern in den Kindertagesstätten nicht mehr hören. Für zusätzliche Angebote, etwa musikalischer oder sprachlicher Art, sollen Mütter und Väter nicht zusätzlich zahlen müssen.

Die Sache hatte für einige Unruhe gesorgt: Bereits im vergangenen Kindergartenjahr hatte der Landschaftsverband Rheinland ein Rundschreiben an die Kommunen verschickt und empfohlen, solche für Eltern kostenpflichtige Zusatzangebote externer Anbieter einzustellen. Der LVR argumentierte mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung. Schließlich könnten oder wollten nicht alle Eltern solche besonderen Angebote bezahlen.

Die Stadt Aachen nahm diese Argumentation auf und instruierte die Kitas entsprechend. Wie Björn Gürtler vom städtischen Presseamt mitteilt, habe man mittlerweile bis auf einen Fall in allen städtischen Kindertagesstätten Lösungen gefunden, die solche zusätzlichen Aktivitäten zwar grundsätzlich weiter ermöglichen, aber dennoch kein Kind von der Teilnahme ausschließen.

Um solche Angebote zu finanzieren, springen laut Gürtler etwa Fördervereine ein, für manche Projekte wurden auch Sponsoren gewonnen.

Bei der Arbeiterwohlfahrt hat man das Rundschreiben des Landschaftsverbands zum Anlass genommen, die Praxis der Zusatzangebote grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen. Die AWO betreibt in der Stadt Aachen fünf Kitas. „Und in zwei davon gab es in der Tat Angebote, für die die Eltern bezahlen mussten”, berichtet Nassim Navvabi, Fachbereichsleiterin für den Elementarbereich bei der AWO. „Das ist aber gegen unsere Leitsätze.”

Künftig gilt auch bei der AWO: Wenn Zusatzangebote während der Kita-Öffnungszeiten stattfinden, müssen sie allen Kindern offenstehen. In einer Kindertagesstätte, berichtet Navvabi, gebe es zum Beispiel eine etablierte musikalische Früherziehung. Alle Vierjährigen kommen in den Genuss des Projekts - das Geld kommt aus einem Spendentopf.

Externe Anbieter ganz außen vor zu lassen, sei allerdings auch nicht generell eine Lösung, findet Navvabi. Schließlich gebe es durchaus auch Viertel in Aachen mit nicht so vielen Angeboten für Eltern und Kinder. Dort sei die Kita ein wichtiger Standort für diese Art von Infrastruktur.

In ihrer Einrichtung in Verlautenheide stellt die AWO deshalb auch weiterhin die Räumlichkeiten zur Verfügung - allerdings außerhalb der Öffnungszeiten und losgelöst von der pädagogischen Arbeit der Kita.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband, unter dessen Dach zahlreiche freie Kita-Träger, auch Elterninitiativen, organisiert sind, gibt ebenfalls die Devise aus: Alle Angebote müssen allen Kindern offenstehen. „Man sollte solche zusätzlichen Projekte durchaus auch kritisch betrachten”, findet Karin Schmitt-Promny, Fachreferentin für die Kindertagesstätten.

Sie betont: „Die Tagesstätten leisten alles, was die Kinder brauchen. Und es kann nicht Aufgabe der Einrichtungen sein, ganz viele ergänzende Angebote heranzuziehen.” Wichtig sei vielmehr, Kinder neugierig und selbstbewusst zu machen. „Und all das tun die Erzieherinnen.”
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