Aachen - Zur Sicherheit 50 Bäume gefällt

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Zur Sicherheit 50 Bäume gefällt

Von: Jan Mönch
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Nur noch Kleinholz: An der Sch
Nur noch Kleinholz: An der Schurzelter Straße gegenüber der Burg Seffent sind etwa 50 Bäume gefällt worden. Der Waldbesitzer sorgte sich um die Foto: Harald Krömer

Aachen. Eigentlich wollte Herbert Fleu sich in seinem Urlaub ordentlich entspannen. Daraus wurde nichts. Per Telefon wurde der 2. Vorsitzende und Geschäftsführer des Naturschutzbundes (Nabu) Aachen alarmiert: Mitten im Naturschutzgebiet Seffent würden reihenweise Bäume gefällt.

Das ist bereits rund zweieinhalb Wochen her. Und noch immer ist Herbert Fleu und dem Nabu schleierhaft, was auf einem mehrere hundert Meter langen Streifen entlang der Schurzelter Straße, unweit von Siebenquellen und gleich gegenüber der Burg Seffent, eigentlich vor sich gegangen ist. „Bestimmt an die 50 Bäume”, schätzt Fleu, sind der Säge zum Opfer gefallen. Zu Kleinholz aufgeschichtet, bieten sie dort in der Tat ein trauriges Bild.

„Nicht viel Feingefühl”

„Der Eigentümer ist bestimmt nicht mit sehr viel Feingefühl vorgegangen”, findet auch Rita Klösges vom städtischen Presseamt. Allerdings sei der Eigentümer mitnichten die Stadt. Das Gebiet befinde sich in Privatbesitz, der Eigentümer habe keine Genehmigung gebraucht.

„Rein rechtlich sind uns die Hände gebunden”, weiß auch Herbert Fleu. Hörbar zornig wird er angesichts des angerichteten Schadens dennoch auch zwei Wochen nach Ende des Abholzens. Denn weil die Arbeiter mit „schwerem Gerät” vorgerückt sind, sei der Boden „massiv verdichtet”, auch die Bodenvegetation bis hin zum Ufer des unweit fließenden Wildbachs sei schwer beschädigt. 15 000 bis 20 000 Euro, schätzt Fleu aus dem Stegreif, sei das Grundstück in seinem ursprünglichen Zustand wert gewesen: „Die hätte der Nabu gern gezahlt, um die Bäume zu erhalten.”

Ein „ganz großer Fauxpas” ist für ihn, dass die Bäume während der Hauptbrutzeit von Vögeln und der Jungenaufzucht anderer Tiere abgeholzt wurden. Privatpersonen sei dies von Anfang März an schließlich aus gutem Grund verboten. „Wenn man in seinem eigenen Garten einen einzelnen Baum absägt, muss man unter Umständen mehrere tausend Euro Strafe zahlen”, schimpft Fleu, der auch Vorsitzender des Landschaftsbeirats ist.

Und selbst wenn dieses Gesetz hier nicht greife, müsse man von einer Behörde wie dem Landesforstbetrieb, der mit dem Fällen beauftragt worden sei, doch wohl eine Vorbildfunktion erwarten können. Und vom zuständigen Förster erwarte er eine Erklärung.

Dieser heißt Johannes Frings und hat die betreffende Waldfläche für die Forstbetriebsgemeinschaft Aachen betreut. Der private Eigentümer, dass ergab am Dienstag eine Anfrage der „Nachrichten”, sei mit dem Wunsch an ihn herangetreten, die Bäume mit Blick auf die Verkehrssicherheit zu fällen.

Denn insbesondere einige altersschwache Pappeln seien in jüngerer Zeit umgestürzt. „Naturschutz hin oder her - aus der Verantwortung kommt der Besitzer nicht raus”, sagt der Förster. Auch ein Beschneiden der Bäume hätte nicht ausgereicht.

Unglücklicher Zeitpunkt

„Über den Zeitpunkt bin ich persönlich auch nicht glücklich gewesen”, räumt Frings mit Blick auf die brütenden Vögel ein. Kommerzielle Beweggründe jedenfalls gäbe es nicht, denn Pappelholz sei wenig wert. Dies bestätigt auch der Nabu.

Eine gute Nachricht zumindest hat Frings für Naturfreunde und -schützer: Gemäß dem Landschaftsplan werde ab Herbst eine Wiederaufforstung mit Esche, Ahorn, Kirsche und Erle vorgenommen.
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