Aachen - Zum Schluss wird´s dem jecken Öcher warm ums Herz

Zum Schluss wird´s dem jecken Öcher warm ums Herz

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Tausende von Narren warten im Eurogress-Foyer gespant auf ihren Aufmarsch. Traditionell defilieren sie am Schluss der Prinzenproklamation an der Tollität und ihrem Hofstaat vorbei.

Aachen. Was wäre eine Prinzenproklamation ohne das Rahmenprogramm? Sie wäre nur die Hälfte wert. Und wenn dann auch noch (fast) alles stimmt, ist der zahlende Narr (24 Euro Eintritt auf allen Plätzen im Europasaal des Eurogress) auch rundum zufrieden. Und das waren die Öcher Jecken, 1400 an der Zahl, die am Freitagabend ins Eurogress gekommen waren.

Gut, der Beginn war etwas schlapp, AKV-Präsident Horst Wollgartens Redeschwall anstrengend lang, aber dann ging es Schlag auf Schlag. Das Ex-Prinzenkorps unterhielt mit Liedern, die AKV-Elferräte Rolf Gerrards, Dietmar Werner und Udo Dümenil gaben sich ganz gaga zur Musik von Lady Gaga.

Schwach dann die Pantherettes, acht junge Damen, die die Cheerleader der Düsseldorf Panther sind. Schön und sexy zu sein, reicht nicht für die Eurogress-Bühne! Auch die Prinzengardisten, die den legendären Dreibeintanz zeigten, schwächelten etwas, dass sie es wesentlich besser können, konnte man im November auf der 100-Jahres-Gala im Theater und auch Samstagabend bei der Sitzung der Prinzengarde sehen.

Beim Auftritt des Duo Naseweis schieden sich die Geister. Es mögen zwei Drittel der Narren die Nummer der beiden gut gefunden haben. Aber: Das Duo wirkte karnevalistisch deplatziert, so manchem stieß auch auf, dass sie sich für ihre Späße Leute aus dem Publikum auf die Bühne holten, die Bäckereifachverkäuferin Magdalena behielt die Contenance, auch der Narr Joachim und Ex-Prinz Thomas Ebert lächelten (gequält), als sie ein Einrad mit einem Naseweis festhalten mussten.

Dann aber: Das Weisweiler Trompeten-Fanfarenkorps spielte auf. Fetzig, schnell, total. Das brachte Stimmung. Toll. Und auch die Kölner Rheinveilchen, eine Tanzgruppe aus der Domstadt, überzeugte mit gewagten Figuren und artistischen Meisterleistungen. Perfekt!

Ja, und was soll man über die 4Amigos schreiben? So viele Superlative gibt es gar nicht. Was die vier Männer aus der Öcher Bronx, dem Ostviertel, auf die Bühne bringen, ist schon mehr als toll und mehr als perfekt. Da sind die Saal-Pappnasen aus dem Häuschen und jubeln wie verrückt, wenn Ren Brandt seinen Paul Pooetz gibt. Wie ein Kümpchen steht er dann auf der Bühne und singt „Vür sönd allemoele Öcher Jonge” zu Puccinis „Nessun dorma”. Überzeugend!

Tausende Narren im Foyer

Und während im Saal der Bär steppt, sammeln sich draußen im Foyer Tausende von Öcher Karnevalisten. Sie warten voller Spannung auf ihren Auftritt. Denn wenn der Prinz endlich im Amt ist, wollen sie an ihm vorbei defilieren, mit allen Mitgliedern, die ihr jeweiliger Verein zu bieten hat.

Also Mann und Maus, Kind und Kegel mitgebracht, von rechts rein in den Europasaal, über die Bühne, der Tollität im Schnelldurchgang gehuldigt, und wieder raus zur linken Seite. Und wenn ein Karnevalsverein einen Musikzug sein Eigen nennt, kommt der auch zum Einsatz. Das ist immer ein schönes Bild. Da wird´s dem jecken Öcher warm ums Herz.
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